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Kommentar

Sorge um Religionsfreihei: Kirche ist nicht ganz unschuldig

Wer sich öffentlich gegen die Abtreibung oder die Ehe für alle stellt, der riskiert Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung: Zu diesem Schluss kommt der Churer Bischof Vitus Huonder in seinem aktuellen Wort zum Tag der Menschenrechte.
Kari Kälin
Kari Kälin.

Kari Kälin.

Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit sind hohe Güter. Es ist richtig, dass Vitus Huonder diese Grundrechte zum Tag der Menschenrechte in Erinnerung ruft. Und der Churer Bischof hat Recht in seiner Analyse, dass Gläubige, welche die Lehre der katholischen Kirche verteidigen, bisweilen sozial ausgegrenzt werden.

Es braucht zum Beispiel Mut, öffentlich gegen Abtreibung oder die Ehe für alle Stellung zu beziehen. Wer will schon als unliberaler Fortschrittsfeind und frauenfeindlicher Ewiggestriger dastehen? Solche Etiketten sind die mildere Variante. Im schlechteren Fall werden Personen, die mit ihrer gesellschaftspolitischen Haltung nicht im Mainstream schwimmen, auf sozialen Medien mit Kommentaren unter der Gürtellinie eingedeckt. Oder, wie ein Fall aus England zeigt, sogar von Schulen ausgeschlossen. Wenn sich hierzulande jeweils christlich-konservative Gruppen zum «Marsch fürs Läbe» treffen, blasen Linksextreme zum Widerstand. Meinungen, die dem eigenen Weltbild widersprechen, werden einfach niedergeschrien.

Ganz unschuldig an den manchmal harschen Reaktionen sind die konservativen christlichen Kreise nicht. Daniel Regli, OK-Präsident des «Marsch fürs Läbe», beleidigte Homosexuelle öffentlich auf tiefstem Niveau. Der oberste Katholik, Papst Franziskus, giesst selber Öl ins Feuer, wenn er Abtreibungen mit Auftragsmord vergleicht. Auch Vitus Huonder hat sich schon im Ton vergriffen, als er eine homophobe Passage aus dem Alten Testament zitierte. Einem konstruktiven Dialog in der Auseinandersetzung um ethische Fragen dient das nicht. So wie man in den Wald ruft, schallt es heraus.

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