Degen sticht
Neuer Trainer muss Deutsch sprechen

David Degen (32) ist ein ehemaliger Fussballer. In der Kolumne «Degen sticht» schreibt er, was ihn im Fussball gerade bewegt.

David Degen
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FCB-Präsident Bernhard Heusler (vorne) muss sich wohl bald nach einem neuen Trainer umschauen.

FCB-Präsident Bernhard Heusler (vorne) muss sich wohl bald nach einem neuen Trainer umschauen.

Keystone

Seit die Gruppe um Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz das Zepter übernommen hat, brilliert der FC Basel sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Dies ist eine Folge des Sachverstands und der Vernunft, mit der die Bosse führen. Entgegen dem vorschnellen Urteil vieler Möchtegern-Experten ist dem FCB in den vergangenen Jahren der Erfolg alles andere als in den Schoss gefallen. Doch jetzt ereilt den Klub für einmal das Glück, ohne dass er viel dafür tun muss: Dass Sousa den FC Basel verlässt, ist das Beste, was Rot-Blau passieren kann.

Vor einem Jahr mag Paulo Sousa noch der richtige Mann gewesen sein: Als er kam, war der FC Basel nach fünf Meistertiteln in Serie übersättigt, und es drohte der Schlendrian. Sousa kitzelte mit seinen Methoden (GPS-Sender, Schlafüberwachung, Abschottung, streng geregelter Tagesablauf) die Mannschaft und den Verein dort, wo diese gekitzelt werden mussten: am Nervenzentrum. Doch je länger, je mehr nutzte sich der autoritäre Stil des Portugiesen ab. Es kam zu kleineren und grösseren Problemen im Innenleben. Auch wenn sich dies vor zwölf Monaten in keiner Weise abzeichnete – heute bedeutet der Abgang des Portugiesen für die Bosse das Glück der Tüchtigen.

Wie geht es jetzt weiter? Was für einen Trainer braucht der FCB? Entscheidend ist, dass der neue Mann näher bei den Spielern ist als seine Vorgänger Sousa und Yakin: Die Klimaerwärmung mag unseren Erdball bedrohen, dem FCBInnenleben täte sie nur gut. Und auch wenn Spieler und Offizielle nach aussen das Gegenteil betonen: Es ist wichtig
für einen Deutschschweizer Fussballverein, dass der Trainer die deutsche Sprache beherrscht. Ansonsten kommt es sehr schnell zu Missverständnissen. Weiter muss der neue Coach junge Spieler besser machen können. Im FCB-Nachwuchs gibt es derzeit nämlich ein paar heisse Eisen. An wen ich denke? Ciriaco Sforza ist mein Favorit, ebenso traue ich die Aufgabe Urs Fischer und Trainerneuling Stefan Effenberg zu.