Pfötli Blog
Mückenplage? Bestimmt nicht in der Katzen-WG

Wie Mutzeli, Max und Moritz ihre Wohnung von Mücken und allen anderen Insekten frei halten. Und weshalb ihre "Chefin" eben doch nicht die Chefin ist.

Dagmar Heuberger
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Dagmar Heuberger

Wummm!!! Es tätscht und knallt an der Glasscheibe der Balkontüre. Mutzeli springt in die Höhe, immer und immer wieder. Ihre Pfötchen schlagen gegen das Glas. Für den Bruchteil einer Sekunde bleibt die graue Katze in der Luft hängen. Dann kratzen ihre Krallen über die Scheibe und sie landet wieder auf dem Boden. Moritz sitzt daneben. Auch er streckt sich, springt – aber nicht so hoch wie die viel leichtere Graue.
„Hast du was erwischt?“ fragt der getigerte Kater.
Mutzeli kauert jetzt am Boden und schmatzt: „Ja, eine Mücke.“

Die kleine Graue vertilgt ihren Snack und springt wieder an der Scheibe hoch. Moritz ebenfalls.
„Ätsch, ich komme höher als du!“ triumphiert die Kleine. „Du bist einfach zu dick.“
„Jetzt komm nicht immer damit. Wie oft habe ich dir schon gesagt, ich bin nicht dick, sondern gross und stattlich.“
Moritz schlägt mit der linken Pfote zu: „Ich habe ein besonders fette erwischt!“
Auch Mutzeli hat wieder ein Insekt gefangen. „An dieser Scheibe hat’s noch viel mehr davon“, sagt sie. „Wir müssen dafür sorgen, dass die nicht in die Wohnung kommen.“

„Genau“, mischt sich Max ein, der auf dem Balkontisch hockt und den beiden zuschaut. „Die Chefin hat Angst vor Insekten. Sie sagt immer, sie mag alle Tiere, wenn sie nicht mehr als vier Beine haben. Und in der Zeitung haben sie geschrieben, dass es dieses Jahr eine Mückenplage gibt. Wir müssen verhindern, dass die unsere Chefin fressen.“
„Dann hilf mit und red nicht immer so viel“, rüffelt ihn sein Bruder Moritz.

Doch Max will nicht. „Nein, zuerst müssen wir reden“, sagt er. „Jetzt, wo wir mal alle drei beisammen sind und keiner schläft.“
„Wieso müssen wir reden? Wir müssen Insekten jagen.“ Moritz hält nicht viel von Konversation.
„Weil wir ein Problem haben“, beharrt Max.
„Ein Problem? Was für ein Problem? Uns geht es doch gut.“ Mutzeli schaut besorgt zu Max.
Max setzt sich in seine „ägyptische Katze-Pose“ und erklärt: „Ein Problem mit unserem Blog. Wir schreiben ja immer von unserer Chefin. Und nun gibt es ganz viele Leserinnen und Leser, die sagen, das sei falsch. Weil Katzen ja keine Chefs haben, sondern Personal.“
„Aber wir haben doch in unserem allerersten Blog erklärt, dass natürlich WIR die Chefs sind. Und dass wir sie nur „Chefin“ nennen, damit sie glaubt, sie sei unsere Chefin“, wendet Mutzeli - immer ein wenig die Revoluzzerin - ein.
Max hat mehr Verständnis für das Problem: „Haben wir. Aber vielleicht haben die Leute das wieder vergessen. Vielleicht müssen wir es einfach nochmal erklären.“
"Ist doch klar: Wir drei sind die Chefs. Wir geben den Tarif durch, den Kurs vor. Aber gute Chefs geben ihrem Personal eben manchmal das Gefühl, es hätte auch was zu sagen. Bei den Zweibeinern machen sie es auch so. Und wir sind gute Chefs. Oder etwa nicht?“, stellt Moritz klar. "Und es ist immer noch besser, als zur Chefin oder oder noch schlimmer zu sagen."
Mutzeli ist das Thema längst verleidet: „Jawoll. Und jetzt lasst uns wieder Insekten jagen. Schau Moritz, dort ganz oben ist einer dieser fetten braunen Riesennachtfalter.“

Die Kleine springt erneut an der Fensterscheibe hoch und fällt zurück auf die Pfoten. Einen Moment lang verharrt sie, als würde sie nachdenken. Dann springt sie senkrecht den hölzernen Türpfosten hoch, krallt sich im Holz fest und zieht sich ein paar Zentimeter hoch.
„Hey, was machst du da?! Komm runter!“ ruft Moritz.
Mutzeli lässt sich fallen. „Ich hätte ihn beinahe erwischt“, klagt sie und springt nochmal. „Na, aber jetzt.“
Der braune Falter liegt zappelnd auf dem Boden, Mutzeli versetzt ihm mehrere Pfotenhiebe.
„Ich will auch“: Moritz kommt hinzu und streckt eine Pfote aus.
„Nein, der gehört mir. Schliesslich habe ich ihn gefangen.“ Mutzeli nimmt das Insekt ins Maul und rennt damit vom Balkon ins Wohnzimmer. Moritz und Max hinterher.
„Bring ihn wieder raus. Das ist einer von denen, die die Chefin besonders hasst“, fordert Max die Kleine auf. Die packt einen Flügel des Falters und rennt mit ihrer Beute zurück auf den Balkon – gefolgt von Max und Moritz. Dort lässt sie das Insekt fallen, wirft es abwechseln mit Pfote und Maul immer wieder in die Luft. Als der Falter endlich tot ist, frisst sie ihn genüsslich. Es knackt bei jedem Bissen.