Kommentar

Lucerne Festival: Vertrauen wieder herstellen

Kultur-Redaktor Urs Mattenberger äussert sich zum Programm des Lucerne Festival und zu den vergangenen Konflikten.

Urs Mattenberger
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Manuela Jans-Koch

Nach den Querelen der letzten Monate gab es am Mittwoch an der Programm-Medienkonferenz des Lucerne Festival wieder gute Nachrichten. Im Sommer setzen das neue Jugendfestival «Music for Future» und neue Formate auch im Stadtraum überraschende Akzente zum Beethoven-Jubiläumsjahr. Und am ersten Herbstwochenende kommt mit der wirbligen Geigerin Patricia Kopatchinskaja eine Generation zum Zug, die der Klassik eine Vitaminzufuhr verpasst.

Intendant Michael Haefliger setzt damit nochmals ein Zeichen zum Aufbruch. Insofern hatte es seine Richtigkeit, dass der Stiftungsrat ihm in den Konflikten das Vertrauen aussprach. Über die Art freilich, wie der Abgang des vormaligen Präsidenten Hubert Achermann vollzogen wurde, besteht nach wie vor Klärungsbedarf.

Diesen schuf das Festival selber, indem es Achermanns Rücktritt in ein paar dürren Zeilen angekündigt hatte und dadurch öffentliche Fragen provozierte. Der neue Präsident Markus Hongler, der die Konflikte offenbar intern beruhigt hat, setzt zwar im Interview ein Zeichen für mehr Transparenz, indem er auch zu heiklen Fragen Stellung nimmt. Aber um «verlorenes Vertrauen wiederherzustellen», nicht nur innerhalb des Festivals, sondern ins Festival selber, braucht es ein klares Zeichen nach aussen und eine offenere Kommunikation. Honglers Verdankung von Achermanns Verdiensten an der Medienkonferenz war dafür nur ein Anfang.