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Kommentar

Little, little China

Die riesige Touristengruppe aus China hat vergangene Woche für viel Schlagzeilen gesorgt. In Wahrheit aber sind 80 Prozent der Touristen in Luzern Individualreisende.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Nebst der skandalösen Fussball-Erpressungsaktion des GC-Mobs im FCL-Stadion das grosse Thema dieser Woche: Der Besuch einer Reisegruppe aus Fernost. Auf Einladung einer US-Firma sind 4000 Chinesen nach Luzern und in die Zentralschweiz gereist, 8000 weitere werden im Lauf des Monats die Schweiz besuchen. Eine solch riesige Reisegruppe hat man hierzulande wohl noch nie gesehen. Die Schlagzeilen: ­«Chinesische Monsterreisegruppe zieht durch Luzern», «So mutiert Luzern zur China-Town», «4000 Chinesen fluten Luzern und kaufen ­Souvenirshops leer». Droht nun der Overtourism? Also stetige, enorme Besucherströme, welche die Strukturen vor Ort nachteilig beeinträchtigen?

Ein Blick auf die Zahlen in der Stadt Luzern: Knapp 1,4 Millionen Hotellogiernächte gabs 2018. Nach den Schweizerinnen und Schweizern (310 321 Nächte) bilden mit 21 Prozent die USA (253 042) die Nummer eins bei den ausländischen Gästen. Dann folgen die Chinesen mit rund halb so vielen Nächten. Die Logiernächte sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. 80 Prozent in unserer Region sind Individualreisende.

Die Chinesengruppen haben Luzern zeitweise ziemlich überflutet. Little China in Lucerne, mit Betonung auf «little»: Klein blieben die Friktionen. Gross hingegen waren zum Teil Aufregung und Kritik – zu Unrecht. Klar, nachhaltig sind solche Besuche nicht. Gut also, wenn sie Seltenheitswert haben. Massenbesuche sind richtigerweise auch nicht Teil der Strategie der Luzern Tourismus AG, die auf längere Aufenthaltsdauer, Erhöhung der Wertschöpfung und Sensibilisierung fokussiert. Unsere Region lebt wesentlich vom Tourismus. Dieser muss weiterhin die Balance halten mit den Ansprüchen der Einheimischen.

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