Kommentar

Laubers teure Bürokratie: Nicht die Strafverfolgung steht an erster Stelle, sondern die Bezahlung

Dass es für die Lohntabelle der Bundesanwaltschaft das Öffentlichkeitsgesetz brauchte, ist bezeichnend.

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Henry Habegger

Henry Habegger

Es brauchte wieder einmal den Umweg über das Öffentlichkeitsgesetz und den Rechtsdienst der Bundesanwaltschaft, um Informationen zu erhalten, die in der übrigen Bundesverwaltung längst öffentlich und im Internet zu finden sind: die Löhne nach Funktionen.

Die Bundesanwaltschaft leistet sich mit André Marty einen sehr gut bezahlten Informationschef mit einem halben Dutzend Untergebenen. Er ist sogar Mitglied der Geschäftsleitung, obwohl im Reglement der Behörde gar nicht so vorgesehen. Geht es aber ums Informieren über simple Organisationsfragen in der Bundesanwaltschaft wie die Grösse einer Verwaltungsabteilung, spielen Laubers Getreue immer wieder Verstecken.

Dass es für die Lohntabelle einmal mehr das Öffentlichkeitsgesetz brauchte, ist allerdings bezeichnend. Dass der Generalsekretär mehr verdient als die meisten der am besten bezahlten leitenden Strafverfolger, zeigt die aktuellen Prioritäten dieser Behörde. Strafverfolgung steht offenbar nicht an erster Stelle, die Bürokratie ist wichtiger. Sonst würde ja auch der eine oder andere operativ tätige Staatsanwalt oder die eine oder andere Staatsanwältin in der Geschäftsleitung sitzen.

Dass die Bundesanwaltschaft unabhängig ist, ist gut und recht. Aber so war das nicht gemeint. Das Bundesparlament muss im Hinblick auf Laubers Nachfolge dringend Korrekturen vornehmen.

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