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Wir sollten dankbar sein, bieten die Angelsachsen den Chinesen die Stirn

Australien verbündet sich mit Grossbritannien und den USA gegen China. Für die freie Welt ist das eine gute Nachricht.

Stefan Schmid
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Gute Geschäftspartner: Doris Leuthard empfängt Chinas Präsidenten Xi Jinping im Januar 2017 am Flughafen Kloten.

Gute Geschäftspartner: Doris Leuthard empfängt Chinas Präsidenten Xi Jinping im Januar 2017 am Flughafen Kloten.

Arnd Wiegmann / KEYSTONE REUTERS

Neutralität mag für einen Kleinstaat wie die Schweiz ein sinnvolles Konzept sein, um die eigene Existenz zu sichern. Für grössere Gebilde ist die Formel unbrauchbar. Das zeigt in aller Deutlichkeit die Geschichte. Glücklicherweise, hat Winston Churchill damals Ende der 1930er Jahre erkannt, dass die Zeit der Besänftigung des deutschen Führers Adolf Hitler vorbei sein muss. Blut, Schweiss und Tränen hat er seinen Landsleuten in Aussicht gestellt.

Der diese Woche verkündete Defensivpakt zwischen Australien, Grossbritannien und den USA, der sich primär gegen aggressive chinesische Machtansprüche im indopazifischen Raum richtet, ist daher zu begrüssen. Peking gebärdet sich gegenüber zahlreichen Nachbarstaaten rücksichtsloser denn je. Internationales Recht wird nach Gutdünken missachtet. Im Innern steht ein totalitärer, digitaler Überwachungsstaat vor der Vollendung. Es kann nicht schaden, wenn sich demokratische Länder zusammenschliessen, um diesen Machtansprüchen entschieden entgegenzutreten.

Während die Angelsachsen handeln, eiert Kontinentaleuropa herum. Namentlich Deutschland als Europas grösste Nation hat keinen klaren Plan, wie es mit China umzugehen gedenkt. Und die Schweiz? Sie setzt – wie Australien – militärisch auf die USA und lächelt dabei neutral freundlich. Der Kleine kann sich das Doppelspiel halt eher erlauben.

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