Kommentar
Späte Einsprache zum Pilatus Tower – Verband hat offenbar geschlafen

Der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee kritisiert die 113 Meter des Pilatus Towers erst jetzt. Man sollte von ihm erwarten können, im richtigen Zeitpunkt zu intervenieren.

Roman Hodel
Roman Hodel
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Dass gegen ein Grossprojekt wie die geplante Pilatus Arena in Kriens mit ihrem 113-Meter-Hochhaus Einsprachen eingehen, ist nicht erstaunlich. Erstaunlich ist allerdings, wenn zwei Einsprecher nun erneut die Höhe anprangern. Denn im Abstimmungskampf war genau diese das Thema Nummer eins. Es ist auch anzunehmen, dass ein Grossteil der Nein-Stimmen deswegen eingelegt wurden. Doch am Ende resultierte ein Ja, wenn auch knapp – und mit diesem Ja sind die maximalen Höhen festgelegt. Das gilt es in einer Demokratie zu akzeptieren. Offenbar fällt dies dem einen Einsprecher, der bereits im gegnerischen Komitee aktiv war, aber schwer. Es wirft nicht das beste Licht auf ihn.

Auf diesem Areal ist der Pilatus Tower geplant.

Auf diesem Areal ist der Pilatus Tower geplant.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 25. Juni 2020)

Beim anderen Einsprecher, dem Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee (LSVV), irritiert, dass dieser sich bislang überhaupt nicht zum Projekt geäussert hat. Der LSVV-Präsident begründet es damit, dass die Höhe des Turms auf Stufe Bebauungsplan nicht fassbar gewesen sei, weil das Projekt nicht ausgesteckt wurde. So recht glauben mag man ihm das nicht. Von einem Verband wie dem LSVV darf man erwarten, dass er mit Höhenangaben und Plänen etwas anfangen kann, über das nötige Vorstellungsvermögen verfügt und im richtigen Moment interveniert. Viel mehr entsteht der Eindruck, dass der LSVV geschlafen hat.

Kurz: Die beiden Einsprachen kommen zum falschen Zeitpunkt und dürften kaum etwas bewirken, ausser dass sie die Behörden beschäftigen und das Projekt verzögern.