Kommentar

Neuer radikaler Klimaplan: Die Grünen stärken ihre Konkurrenten

Die Schweizer Bevölkerung soll zu weniger Konsum erzogen werden. Die politische Konkurrenz freut sich über die Radikalisierung der Ökopartei.

Francesco Benini
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Die Grünen legen einen neuen Klimaplan vor. Schon wieder. Erst im vergangenen Sommer hatte die Partei einen Forderungskatalog präsentiert. Er war der Klimajugend aber zu wenig radikal. Der Präsident der Grünen, Balthasar Glättli, liess sich von der Kritik beeinflussen und überarbeitete das Papier.

Herausgekommen ist ein Wolken­kuckucksheim. Schon in vier Jahren soll der Verkauf von Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren verboten werden. Die Grünen planen darüber hinaus die Umerziehung der Gesellschaft: Sie soll weniger konsumieren, dafür mehr Solidarität pflegen. Das senkt den Ausstoss von CO2.

Die Grünen halten Wirtschaftswachstum generell für überschätzt. Auch wenn eine Gesellschaft, in der das Wachstum lahmt, stets von hoher Arbeitslosigkeit und hohen Sozialkosten gezeichnet ist. Ausserdem ist den Grünen die Freiheit der Menschen offenbar gleichgültig. Die Schweizer Bevölkerung soll mit Werbeverboten vom Kauf von Produkten abgehalten werden, welche die Grünen als nicht unbedingt erforderlich einstufen.

Das Monstrum von einem Klimaplan wird den Grünliberalen Freude bereiten. Sie können sich als ökologische Partei positionieren, welche die Menschen nicht bevormunden will. In Deutschland stürzten vor Jahren die Grünen ab, als sie öffentlichen Kantinen vorschreiben wollten, nur vegetarische Speisen zu servieren. Die Schweizer Grünen schlagen diesen Weg ein.