Kommentar
Endlich gibt der Bundesrat der coronamüden Gesellschaft eine Perspektive

Der Schritt war überfällig: Die Landesregierung weist den Weg aus dem Lockdown. Die Signale aus Bern sind psychologisch von grosser Bedeutung.

Stefan Schmid
Stefan Schmid
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Bundesrat Alain Berset, Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Ueli Maurer (von links).

Bundesrat Alain Berset, Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Ueli Maurer (von links).

Alessandro Della Valle / KEYSTONE

Viele Menschen haben den Lockdown nach den wochenlangen Schliessungen und der deprimierenden Leere in Städten und Dörfern satt. Die Exitstrategie des Bundesrats kommt angesichts dieser Stimmungslage und der sinkenden Fallzahlen keinen Tag zu früh. Ab Anfang März soll kontrolliert geöffnet werden, ein zweiter Schritt erfolgt, so es die epidemiologische Situation zulässt, Anfang April.

Das Vorgehen des Bundesrats ist klug. Der Druck aus der Wirtschaft war enorm, rasch grosse Öffnungsschritte für das gesamte Gewerbe zu verfügen. Gut, ist die Regierung nicht eingeknickt. Für einmal ist Behutsamkeit angezeigt. Die Impfquote ist weiterhin tief, die Mutationen bleiben ein Stück weit unberechenbar. Die Schweiz ist noch nicht definitiv über den Berg. Erreichtes sollte nicht fahrlässig verspielt werden. Man darf ja auch aus Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht wurden, lernen.

Es geht deshalb nicht darum, möglichst rasch aus dem Lockdown zu kommen, sondern möglichst nachhaltig.

Rückfälle sind unbedingt zu vermeiden. Für die coronamüde Bevölkerung sind die Signale aus Bern aber äusserst wichtig: Endlich liegt ein konkreter Plan vor, wie wir zur Normalität zurückkehren können. Das gibt Hoffnung. In Kombination mit dem schönen Frühlingswetter, das uns die Meteorologen für die kommenden Tage prophezeien, könnte da schon fast so etwas wie Euphorie aufkommen. Neue Gefühle nach diesem bitteren Winter.