Kommentar
Die mächtigsten Länder der Welt haben eine Steuerreform beschossen – Widerstand ist zwecklos

Die Finanzminister der G7 wollen eine Mindestbesteuerung für Konzerne einführen. Diesen globalen Bestimmungen kann und soll sich die Schweiz nicht widersetzen. Denn sie können auch ein Vorteil sein.

Doris Kleck
Doris Kleck
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Noch sind aber viele Details bezüglich der Mindestbesteuerung offen. Deshalb ist es auch schwierig, die Folgen der Reform für die Schweiz abzuschätzen.

Noch sind aber viele Details bezüglich der Mindestbesteuerung offen. Deshalb ist es auch schwierig, die Folgen der Reform für die Schweiz abzuschätzen.

EPA / Keystone

So nahe an der Einführung einer Mindestbesteuerung für Konzerne war die Welt noch nie: Mindestens 15 Prozent sollen sie zahlen, schlagen die Finanzminister der G7 vor. Zudem haben sie sich auf neue Regeln geeinigt, wo die Firmen Steuern bezahlen müssen. Dabei stehen die grossen amerikanischen Tech-Konzerne zwar im Fokus, doch auch andere margenstarke Firmen wie Novartis würden davon wohl tangiert. Grundsätzlich ist es für ein Land mit einem kleinen Binnenmarkt eine schlechte Nachricht, dass Firmen stärker dort besteuert werden, wo sie grosse Umsätze erzielen.

Noch sind aber viele Details offen. Deshalb ist es auch schwierig, die Folgen der Reform für die Schweiz abzuschätzen. Dass die mächtigsten Länder der Welt diese Reform durchdrücken, mag unschön sein für ein Land, das stolz darauf ist, Steuersätze an Gemeindeversammlungen festzulegen. Doch diesen globalen Bestimmungen kann sich die Schweiz nicht widersetzen. Sie können auch ein Vorteil sein: besser Regeln, die weltweit gelten, als ein unübersichtlicher Flickenteppich mit Spezialsteuern in jedem einzelnen Land. Widerstand ist zwecklos und wäre auch nicht schlau.

Klar ist aber schon jetzt: Verliert die Schweiz ihren Steuervorteil, werden andere Faktoren wichtiger. Wie die Verfügbarkeit von Fachkräften, exzellente Bildungseinrichtungen oder ein flexibler Arbeitsmarkt. Und diese hat die Schweiz selbst in der Hand.