Kommentar
Das neue Luzerner Theater muss auch für Leute da sein, die sich nicht für Theater interessieren

Ebenso wichtig wie eine neue Infrastruktur ist der Inhalt: Nur wenn das Luzerner Theater ein Haus für sehr viel mehr Leute als bisher wird, lohnt sich die Investition.

Christian Peter Meier
Christian Peter Meier
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Das baufällige Luzerner Theater soll durch ein neues Gebäude ersetzt werden. So weit so bekannt. Doch nun materialisiert sich die Idee zu einem konkreten Projekt: Bereits in wenigen Monaten wird ein Architekturwettbewerb lanciert, das Volk soll 2022 befragt werden und schon gegen Ende des Jahrzehnts könnte das neue Kulturhaus stehen.

Doch mit welchem Inhalt soll die 120 Millionen Franken teure Hülle gefüllt werden? Auch darüber besteht nun Klarheit: Die verantwortliche Stiftung hat gestern ein Betriebskonzept vorgelegt. Es zeugt vom Willen, sich nach verschiedenen Seiten zu öffnen. Das ist eine gute Botschaft. So sucht die Leitung nicht nur einen noch engeren Kontakt zu Partnern wie dem Lucerne Festival, sondern macht auch der freien Szene vorsichtige Avancen. Hoffentlich werden diese noch inniger! Auch soll das Haus verstärkt von Firmen und Privaten genutzt werden, was mit Blick auf die drei geplanten Säle nichts als vernünftig ist.

Ausserdem will das Mehrspartenhaus die Sommerpause abschaffen und künftig massiv mehr Publikum anziehen. Das wiederum ist ein für Luzern zentrales Bekenntnis, auch für Touristinnen und Touristen da sein zu wollen – was geeignete Produktionen für ein internationales Publikum voraussetzt.

Und am wichtigsten: Das neue Theater soll und muss auch für jene offen sein, die sich kaum für Kultur interessieren – die aber gerne an einem hoffentlich grossartigen Ort einen Kaffee oder einfach den grandiosen Ausblick auf die Reuss geniessen werden.