KOMMENTAR
Das Ende der St.Galler Spitaldebatte: Es gibt nichts mehr zu retten

Schliessung von St.Galler Landspitälern: Was vor wenigen Jahren noch undenkbar war, geht nach anfänglicher Empörung relativ schlank über die Bühne. Selbst die Pandemie hat die kleinen Spitäler nicht unentbehrlich gemacht.

Regula Weik
Drucken
Teilen
Regula Weik

Regula Weik

Bild: Urs Bucher

Die St.Galler Spitallandschaft wird gerade gehörig umgepflügt. Der Kanton schliesst vier Landspitäler. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar war, geht nach anfänglicher Empörung relativ schlank über die Bühne. So laut der Aufschrei anfangs war, so rasch ist er verstummt.

In den vergangenen Wochen wurde deutlich: Selbst in den kämpferischsten Regionen im Kanton, im Toggenburg und im Rheintal, steht das Volk nicht geschlossen hinter seinem Spital. Nicht nur in der Regierung und im Parlament hat ein Umdenken stattgefunden. Auch in der Bevölkerung. Corona hat dieses nicht gebremst.

Der Corona-Effekt ist ausgeblieben

Der Effekt, den sich die Kämpfer für die Landspitäler erhofft hatten, blieb aus. Die Pandemie hat die kleinen Spitäler nicht unentbehrlich gemacht. Es hat sich vielmehr gezeigt: Gefragt sind Spitäler mit genügend Fachpersonal. Und dieses findet sich für kleine Spitäler kaum mehr.

Nicht allen Parlamentsmitgliedern ist bei den Spitalschliessungen wohl. Vor sechs Jahren hatten St.Gallerinnen und St.Galler viel Geld für Ausbau und Erneuerung der Spitäler Altstätten und Wattwil freigegeben. Doch auch sämtliche Versuche, dem Volk nochmals das Wort zu geben, scheiterten im Parlament.

Die Stimmbürger werden wohl trotzdem an die Urne gerufen werden. In beiden Regionen stehen die Unterschriftensammler in den Startlöchern. Ändern wird der Urnengang nichts. Auch dieser Rettungsversuch für Altstätten und Wattwil wird scheitern – mit Volkes Segen.