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Kommentar

Kein Vaterschaftsurlaub für Soldaten: Ja, steht denn der Feind an der Grenze?

Wird der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub Tatsache, so gilt er nicht für WK-Soldaten und Rekrutenschüler. Für den Staat ist der Dienst am Vaterland offenbar wichtiger als die Aufgabe als Familienvater - als befänden wir uns im Krieg.
Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser

Raffael Schuppisser

Dem Staat ist es wichtiger, dass Schweizer lernen, mit einem Sturmgewehr zu schiessen, als dass sie einen Strampler wechseln können. Die Geburt eines Babys reicht nicht als Begründung, um den Militärdienst zu verschieben. Auch der vom Parlament beschlossene zweiwöchige Vaterschaftsurlaub wird nicht für Rekrutenschüler und WK-Soldaten gelten. Der in der Verfassung verankerte Dienst am Vaterland ist offenbar wichtiger als die Aufgabe als Familienvater.

Das mag in Kriegszeiten Sinn machen. Gottlob herrscht in Westeuropa aber ein stabiler Frieden. Für das Gedeihen eines Landes sind heute nicht primär gut ausgebildete Soldaten nötig, sondern zufriedene Väter und Mütter, denen es vergönnt ist, Kinder und Karriere vereinen zu können. Es braucht dafür nicht gleich einen mehrmonatigen Vaterschaftsurlaub, wie ihn andere Länder haben, sondern primär flexiblere Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle.

Väter aber gleich nach der Geburt in einen WK einzuziehen, ist ein Irrsinn. Schliesslich sind sie dort täglich 24 Stunden gebunden, teils sogar samstags – obwohl die Übungen oft nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch nehmen. Sie können während mehrerer Wochen nicht bei ihrer Familie sein. Das ist das Gegenteil von Flexibilität. Man kann diese Regelung eigentlich nur als Ausdruck einer Organisation verstehen, die sich selber zu ernst nimmt. Und sich gebärdet, als stünde der Feind unmittelbar an der Grenze.

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