Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kolumne

Unterwegs in Uganda: Immer schön locker bleiben

Unsere Autorin Yasmin Kunz bereist Uganda. In ihrer Kolumne erzählt sie, wie sie unverhofft in eine Polizeikontrolle geraten ist.
Yasmin Kunz
«Easy!» Der Chauffeur dieses Busses in Kampala bewahrt auch im Stossverkehr die Ruhe. (Bild: Yasmin Kunz; Kampala, 5. Juni 2018)

«Easy!» Der Chauffeur dieses Busses in Kampala bewahrt auch im Stossverkehr die Ruhe. (Bild: Yasmin Kunz; Kampala, 5. Juni 2018)

LZ-Redaktorin Yasmin Kunz.

LZ-Redaktorin Yasmin Kunz.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz nutze ich eher selten. Im Ausland hingegen fahre ich regelmässig mit Bussen und anderen Verkehrsmitteln, die auf den Strassen zur Verfügung stehen. Immer in solchen Momenten wird mir wieder sehr schnell bewusst, wie gut das Netz hierzulande ausgebaut ist – und auch funktioniert.

Es gibt: a) einen Fahrplan, b) der meistens genau stimmt, c) bei dem die Preise nicht verhandelt werden müssen.

Anders in die Situation in Uganda, wo ich diese Woche wieder einmal auf öffentliche Busse angewiesen war. Fahrpläne gibt es nicht. Man wartet bis der entsprechende Bus vorbeifährt, anhält und einen mitnimmt. Wo überall der Bus auf der Strecke stoppt, ist unklar, Haltestellen gibt es nicht. Gezahlt wird bei der Ankunft.

Der Verkehr in der ugandischen Hauptstadt Kampala ist chaotisch. Jeder Fahrer drängelt und schafft sich seine eigene Spur – oft tut er dies mit einer Hand auf der Hupe. Schneller sind die Piloten in ihren Autos deswegen natürlich nicht.

Denn meistens stockt der Verkehr. Und das völlig unabhängig von der Uhrzeit. Besonders am Morgen und am Abend ärgern sich die Autofahrer masslos. Der Chauffeur dieses Kleinbusses auf dem Foto jedoch, bildet da die löbliche Ausnahme.

Ihn scheint es in keiner Weise zu stören, wenn er nur im Schneckentempo vorwärts kommt – oder manchmal auch gar nicht. Ja, was soll’s, ändern kann man es sowieso nicht, scheint er sich dabei zu denken. Er hat denn auch ein gutes Rezept für die Situation: Er nimmt es locker. Dazu rät er mit seinem Aufdruck auch anderen Lenkern.

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) schätze ich seit wenigen Tagen übrigens noch aus einem anderen Grund. Weil es den Swisspass gibt. Die kleine rote Karte mit dem Passfoto hat mich souverän aus einer ziemlich misslichen Lage befreit. Und zwar als ich ohne Führerschein (der liegt bei mir zu Hause in der Schweiz) mit einem Auto gefahren bin. Meine Bekannten – es handelt sich um Einheimische – meinten zu mir: «Yasmin, take it easy, es gibt bei uns praktisch keine Polizeikontrollen.»

Es sollte anders kommen. Natürlich stoppte mich eine Polizeipatrouille, und die Beamten verlangten auch prompt meine Papiere. Was sollte ich jetzt tun? Ich dachte an den Busfahrer. Natürlich – immer schön locker bleiben! Kurzerhand zückte ich den Swisspass, ohne diesen zu kommentieren. Die anfängliche Unsicherheit der Polizistin hat sich – nach Rücksprache mit ihrem Arbeitskollegen – aufgelöst. «Das sieht gut aus, haben Sie eine sichere Fahrt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.