Umtriebsentschädigung
Ich hätte mehr als 10 Franken bezahlt

Ich war schon zurück aus den Skiferien, als ich beim Auspacken feststellte, dass ich den Rasierapparat in der Ferienwohnung vergessen habe. Im Spiegelschrank. «Selber schuld», ging mir als erster Gedanke durch den Kopf.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Einmal rasieren bitte!

Einmal rasieren bitte!

Keystone

Ich wollte schon den Media-Markt-Prospekt aus dem Altpapier holen. Doch dann telefonierte ich der Vermittlungsagentur im Wallis. Die hatten den teuren Shaver gefunden. Ich freute mich.

Was folgte, gibt mir jedoch zu denken. Die Mitarbeiterin der Agentur, die es bestimmt jede Woche mit «Lappis» wie mir zu tun hat, redete von Umtriebsentschädigung. Eine Woche später erhielt ich ein Paket mit einem Rasierapparat – mit einer Rechnung in Höhe von 10 Franken beigelegt. Die Portokosten sollte ich bitte in Form von Briefmarken schicken. Ich begann mich noch mehr aufzuregen. Kann es denn sein, dass ich, nachdem ich über 1500 Franken bezahlt hatte für eine Woche in einer 2-Zimmerwohnung, mit einer solchen Zusatzforderung zu tun bekomme? Ich weiss, Strafe muss sein. Doch ich habe mir Folgendes überlegt: Wenn ich nur das Porto bezahlen müsste, würde ich mich noch mehr freuen. Die Wohnung wäre im nächsten Jahr fast schon gebucht gewesen. Aber so: kaum. Ich probiers woanders.

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