Kommentar
Hört auf, ständig Kinderfotos zu posten

Heute haben Babys ihr digitales Debüt bereits vor ihrer Geburt – viele Eltern können nicht darauf verzichten, ein körniges Ultraschallbild in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.

Alexandra Fitz
Alexandra Fitz
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Fragwürdig Kinderfotos zu posten, liegt bei jungen Eltern im Trend.

Fragwürdig Kinderfotos zu posten, liegt bei jungen Eltern im Trend.

Keystone

Und das pränatale Bild ist erst der Anfang einer exzessiven Inszenierung der eigenen Kinder in der virtuellen Welt.

Viele Eltern posten beinahe das komplette Leben ihrer Kinder auf ihrem eigenen Profil. Manche gehen gar so weit und richten ihren Sprösslingen einen eigenen Account ein. Eine aktuelle Studie, aber auch aufmerksames Beobachten der Netzwelt unterstreicht den Trend des Baby-Exhibitionismus.

Kinderlose (und auch Eltern) nerven sich ob der Inflation der Babyfotos. Klar, die Erwachsenen sind stolz auf ihre Knirpse. Zu Recht. Aber sie wollen doch auch nur das Beste für sie? Und das wäre mehr Zurückhaltung. Schliesslich könnten die Fotos in falsche Hände geraten. Vorfälle, bei denen Kinderbilder auf Sexseiten landen, häufen sich. Missbrauchsfälle, denen Kinderbilder aus dem Netz vorausgehen, häufen sich.

Nur schon die Unvergesslichkeit des Internets, die später den Teenager mit peinlichen Baby-Fotos konfrontiert, kann grässlich sein. Eltern müssen sich fragen: Sollen all diese Leute wirklich das Foto von meinem Kind sehen? Wie privat ist die Information, die ich von ihm preisgebe? Sind das alles wirklich enge Freunde? Dem Kind zuliebe soll das Bild nur sehen, wer auch zu Hause auf dem Sofa ein Fotoalbum aus Papier und Karton präsentiert bekäme.

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