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Kommentar

Homosexuelle leiden unter Ignoranz

Händchenhaltend durch die Dorfchilbi spazieren? Für gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz nach wie vor undenkbar. Noch heute ernten viele dumme Sprüche und scheele Blicke. Es scheint, dass die Diskriminierung von Homosexuellen noch immer breit akzeptiert ist.
Andri Rostetter
Andri Rostetter, Leiter Ostschweiz.

Andri Rostetter, Leiter Ostschweiz.

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität hat sich in den vergangenen 20 Jahren zwar markant verbessert. Seit 2007 können gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft eintragen lassen. Und seit Anfang dieses Jahres dürfen sie sogar das Kind des Partners adoptieren. Selbstverständlich waren diese Schritte nicht. In der Schweiz, insbesondere in den ländlichen Regionen, ist das Thema aber nach wie vor stark tabubehaftet. Ein romantisches Tête-à-tête in der Landbeiz? Händchenhaltend durch die Dorfchilbi spazieren? Gerade für jüngere Homosexuelle nach wie vor undenkbar.

Noch vor ein paar Jahren mussten junge Schwule mit Prügeln rechnen, wenn sie sich auf die Strasse trauten. Heute kommt das zum Glück kaum mehr vor. Aber dumme Sprüche und scheele Blicke sind nach wie vor an der Tagesordnung. Deshalb erstaunt auch die Geschichte jenes St.Galler Konditors nicht, der sich weigerte, eine Hochzeitstorte für Homosexuelle zu liefern. Begründung: Mit «so etwas» wolle man nichts zu tun haben.

Erschreckend sind solche Aussagen gleichwohl. Sie zeugen nicht nur von bodenloser Ignoranz, sondern sind auch ein Hinweis darauf, dass die Diskriminierung von Homosexuellen noch immer breit akzeptiert ist. Diese Wahrnehmung lässt sich mit handfesten Daten untermauern: Laut dem jüngsten Report der weltweiten Homosexuellen-Dachorganisation Ilga schneidet die Schweiz in Sachen homophober Gewalt und herabwürdigender Äusserungen deutlich schlechter ab als die meisten westeuropäischen Länder. Erstaunlich ist das nicht. Wenn es um gesellschaftliche Fragen ging, hatte der Liberalismus in der Schweiz schon immer einen schweren Stand.

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