Pfötli-Blog
Hinschauen und Aufpassen – Die Unsicherheit läuft mit

Meldungen in den sozialen Medien über vergiftete "Leckerlis" machen schnell die Runde. Ob es stimmt oder nicht, ist oft schwer nachvollziehbar. Tatsache ist, dass viele Hunde- und Katzenbesitzer verunsichert sind.

Susanne Hörth
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Beim Spaziergang darauf achten, was die Hunde am Boden finden und fressen

Beim Spaziergang darauf achten, was die Hunde am Boden finden und fressen

AZ

Das digitale Zeitalter und die Vielzahl der verschiedenen Informationskanäle sorgt dafür, dass jede Art von Meldungen – wahr oder nicht wahr – ins Netz gestellt wird. Auf Facebook und Co. werden dann diese Meldungen fleissig geteilt. Und so kann ein echter Vorfall oder eben nur ein Gerücht ganz schnell die Runde machen, verunsichern und Ängste schüren. Lange Rede, kurzer Sinn: In den sozialen Medien werden regelmässig auf Ereignisse mit vergifteten Ködern oder gar mit Rasierklingen und Scherben versetzte Leckerlis aufmerksam gemacht. Einziger Zweck dieser bewusst ausgelegten Dinge ist es, Tieren zu schaden.

Ich gehöre eigentlich nicht zu jenen Menschen, die sich schnell verunsichern lassen. Eigentlich. Wenn aber plötzlich im eigenen Garten Hundebiskuits und Kauknochen auftauchen, macht das stutzig. Wir streuen keine solche, also kommen die „Nettigkeiten“ von „Fremden“. Das Resultat der Leckerlis im Garten ist, dass ich kurzzeitig zur Hysterie neige und meine Hunde zurückpfeife, um dann das herumliegende „Fresszeug“ für den Abfüllkübel einzusammeln. Vielleicht tue ich damit jemandem Unrecht. Jemand, der es doch wirklich nur gut mit unseren Vierbeinern gemeint hat und ihnen etwas Feines bescheren wollte. Doch er oder sie sollte uns erst fragen. Das beugt Missverständnisse vor.

Sind wir im Wald unterwegs, fallen immer wieder einmal Brotstücke oder andere Essensreste am Wegrand auf. Diese sind ein absolutes Tabu für unsere Hunde. Hier, auf anonymen Boden ist die Unsicherheit, die Angst vor möglichen vergifteten Ködern eben noch grösser.

Ich habe vor ein paar Jahren erleben müssen, wie zwei unserer Katzen nach einer Vergiftung gelitten haben. Trotz schneller Unterbringung im Tierspital und guter ärztlicher Betreuung dort, hat es nur eine der beiden Katzen überstanden. Traurigkeit und Wut wechselten sich in der Folge ab. Dabei war hier nicht einmal Böswilligkeit im Spiel. Ursache für die Vergiftung war ein Unkrautvertilgungsmittel, das ein Nachbar etwas gar grosszügig in seiner Rabatte eingesetzt hatte.

Gleichwohl hat der letztlich traurige Vorfall nochmals dazu beigetragen, dass meine Sinne geschärft und dass Aufmerksamkeit und Vorsicht stets nötig sind. In einem gesunden Mass selbstverständlich.
Bin ich mit den Hunden unterwegs, läuft aber auf jeden Fall an einer unsichtbaren Leine die Vorsicht mit.