Hüsnü hilft
Heute: Liebesgrüsse per Pizzakurrier

Hüsnü Haydaroglu ist Call-Center-Agent und lebt in Pratteln. In seiner Freizeit berät er Menschen. Gerüchten zufolge ist er mit der Autorin und Filmerin Güzin Kar verwandt. Heute hilft er Oliver aus Rheinfelden.

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Hüsnüs Vater hatte eine Ente zum Freund.

Hüsnüs Vater hatte eine Ente zum Freund.

Lieber Hüsnü, mein bester Freund und ich kennen uns seit über zwanzig Jahren. Ich habe nun immer öfter das Gefühl, dass ich ihm mehr bringe als er mir. Während ich ihm Tipps für jede Lebenslage gebe, hört er mir nur zu und ist selten eine Hilfe. Ist so eine Freundschaft sinnvoll?»

Oliver, 28, Rheinfelden.

Lieber Herr Oliver,

der Froindschaf ist schöne Sache. Können wir ohne viele Sachen leben, zum Beispiele ohne Heirat, ohne Scheidung, Schuhe, Möbel, ohne Schnurrbart und ohne Bratwurst. Aber ohne Froinde ist bisschen schwerig. Froinde sind gute Menschen. Oder gute Tiere. Meine Vater hatte ein Ente, und das ist so gekommen: Eine Tag, er lauft ganz normal im Quartier, wie lauft er jede Tag zum Schauen, was gibt Neues und sprechen paar Wörter zu Nachbarn. Dann er geht im Teehaus vom Herr Irfan, wo trinkt er sein Tee mit drei Stück Zucker. Und plötzlich kommt ein Ente herein und sitzt auf der Stuhl gegenüber meine Vater und macht Wakwak. Meine Vater denkt nichts, der Teehausmann denkt nichts, meine Vater geht nach Hause und denkt immer noch nichts. Andere Tag passiert die gleiche. Kommt der Ente, sitzt und macht Wakwak.

Dritte Tag meine Vater sagt: «Guten Tag. Jetz, wo wir kennen uns bisschen, ich möchte mir vorstellen. Bin ich Hayri Haydaroglu, Sohn vom Hidir und Grosssohn vom Hamdi. Leben wir seit acht Generationen hier. Sie aussehen bisschen fremd. Darf ich wissen Ihre Name?» Der Ente schaut. Der Teemann schaut und sagt: «Hayri, warum sagst du Sie zu eine Ente?» «Wegem Höflichkeit», sagt meine Vater. Dann der Ente sagt Wakwak und meine Vater übersetzt: «Heissich Osman.» Der Teemann sagt: «Frag dem Osman, wie heisst seine Vater und Grossvater, und wie viel Zucker will er im Tee». Aber meine Vater möchte nicht lachen über sein neue Bekanntschaf und bestellt bisschen Fisch für dem Herr Osman, wo ist immer noch ein Ente. Wann kommen Sie morgen wieder hier, wir können spazieren gehen, und zeige ich Ihnen dem Quartier».

Genau so machen sie. Meine Vater spaziert mit seine Froind, wo ist ein Ente, und ganze Quartier lacht. «Wann geht so weiter, deine Vater bekommt Federn und legt Eier», sagt mein Mutter zu mir. So geht paar Monate. Dann kommt grosse Bayram, wo ist eine Fest, und alle Loite machen Kuchen, kochen Fleisch und Gemüse. Unsere Nachbarn sagen: «Hayri, hast du dem Ente genug Tee und Fisch gegeben, jetzt ist gross und dick, so du kannst ihm braten zum Bayram». Meine Vater will dem Osman nicht braten, aber alle Welt lacht: «Warum fütterst du ein Ente mit deine Geld, wann nicht zum dick machen und später essen?»

«Habich vom Liebe gemacht», sagt meine Vater, «Der Osman ist meine Froind», und geht er im Teehaus zum Osman warten. Aber der Osman kommt nicht. Vom diese Tag ist er nie mehr gekommen. «Ist er zum Süden geflogen, wo ist noch mehr warme Wetter», sagt mein Mutter, aber mein Vater sagt: «Nein, ist er wegem Enttäuschung gegangen. Weil Froinde machen nie Rechnung, wer hat wann wieviel bezahlen. Sie trinken Tee und sagen Wakwak. So ist Froindschaf.»