Börsen-Blog
Hände weg von der Glencore-Aktie!

In unserem Börsen-Blog «Money» porträtiert der Experte François Bloch jeden Tag eine schillernde oder eben eine schlingernde Aktie – heute mit der Aktie des Rohstoff-Konzerns Glencore.

François Bloch
François Bloch
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Der Sinkflug der Glencore-Aktien geht in die nächste Runde: Seit dem Börsenstart am 19. Mai 2011 an der Londoner Stock Exchange verliert das Papier des Zuger Rohstoffgiganten immer mehr an Wert. Auch jetzt dürfen Sie auf keinen Fall zugreifen. Nebst den Angestellten sorgen nun internationale Grossanleger für zusätzlichen Verkaufsdruck und das nun über längere Zeit. Speziell die stark sinkenden Kupferpreise sind wie ein Schlag ins Gesicht und ein Ende ist nicht in Sicht.

Investment Beipackzettel

Das ist ein spezifisch hohes Titelrisiko, der weiterhin auf Sinkflug eingestellt ist und unter dem tiefen Kupferpreis leidet. Das Management überzeugt zwar, kann aber der Situation nichts entgegenbringen. Ein Kauf soll erst bei unter 200 Pence mit Fragezeichen ins Auge gefasst werden – aber stark abhängig von der Rohstoffnachfrage in China, welche momentan nicht mehr so stark daher kommt. Der Titel bleibt auf der Beobachtungsliste, aber der Zeitpunkt ist noch zu früh, denn das Potential des Unternehmens ist enorm.

Speziell die Eigenheit des Rohstoffhandels sorgt für weiteren Verdruss: Nur dank starken Hebelfinanzierungen kann eine starke Eigenkapitalrendite erzielt werden. Diese ist nun in gewissen Bereichen infrage gestellt. Die aktuelle Situation ist nicht nur ein Glencore-spezifisches Problem: Auch die Konkurrenz leidet unter dem Preissturz an den internationalen Warenterminbörsen. Ich gehe daher davon aus, dass es nun zu weiteren Verleiderverkäufen kommt und dies den Titel auf neue Tiefststände drücken wird. Obwohl das Kurs-/Gewinnverhältnis mit 16 moderat daher kommt, darf man sich nicht zu einem Kauf verleiten lassen.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Wir übernehmen keine Verantwortung.

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