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Steuerrabatte: Grosszügig, aber billig

Das Parlament plant die Erhöhung mehrer Steuerabzüge im Bereich der Krankenkasse und Kinderbetreuung. Doch wer glaubt, dass ein Grossteil der Bevölkerung davon profitiert, liegt falsch.
Sasa Rasic
Sasa Rasic

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Ärgern Sie sich über zu hohe Kranken­kassenbeiträge? Haben Sie Kinder? Und lassen Sie diese fremdbetreuen? Falls Sie eine oder mehrere Fragen mit Ja beantwortet haben, gibt es gute Nachrichten! In allen diesen Bereichen plant das Parlament Steuerrabatte. Somit könnte Ihre nächste Rechnung für die direkte Bundessteuer deutlich geringer ausfallen. Immerhin soll die Höhe der Abzüge je nach Kategorie (fast) verdoppelt werden. Wie bitte? Ja, von der direkten Bundessteuer ist die Rede. Wenn Sie diesen Einzahlungsschein nicht kennen, sind Sie nicht allein. Das Einkommen von 45 Prozent der Familien und 28 Prozent der Einzel­personen in der Schweiz bewegt sich unter der Schwelle, die über das Entrichten der direkten Bundessteuer entscheidet.

Wie bitte? Was nun mit den Abzügen ist, auf die Sie sich gefreut haben? Naja, wo keine Rechnung ist, kann man auch keine Abzüge machen. Aber man kann es ja auch denen gönnen, welche nun weniger Bundessteuer zahlen müssen. Wie viel etwas weniger ist? Gut, dass Sie fragen: Bei den Krankenkassenprämien sind es (für Ehepaare) 6100 statt 3500 Franken. Für ein Kind 10000 statt 6500 Franken und für dessen Fremdbetreuung 25000 statt 10100 Franken. Insgesamt sollen so rund 825 Millionen Franken an Steuerrabatten verteilt werden (Details erfahren Sie auf Seite 5).

Die Zahlen wirken grosszügig, das Vor­gehen ist billig. Wer direkte Bundessteuern entrichtet, darf sich zu den Bessergestellten zählen. Nehmen wir als Beispiel die Krankenkassen: Vom geplanten Rabatt profitieren jene, welche die Steuer entrichten müssen. Darum wird es sie auch nicht stören, dass das Parlament parallel zum Steuerrabatt an der Erhöhung der Franchisen arbeitet. Bezahlt eine Person keine Bundessteuern und erhält keine Prämienverbilligung, zahlt sie unter dem Strich drauf. Genau hier bricht ein Teil des so hofierten, aber oft mit Lippenbekenntnissen überschütteten Mittelstandes weg. Nicht alle Probleme lassen sich einfach durch das Schrauben an den Steuern lösen.

Oder vielleicht doch? Man könnte testen, wie gross die soziale Ader des Parlaments wirklich ist, und bisher sonst abgeblockte Anliegen einfach über Steuerrabatte ver­rechnen. Vaterschaftsurlaub? Einfach einen Monatslohn von den Steuern abziehen. Problem gelöst.

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