Pfötli-Blog
Gibt es ein Tierli-Gen?

Wer Tiere hält, halst sich einiges auf. Wer Tiere hält, erfährt aber noch viel mehr Schönes mit ihnen.

Silvia Schaub
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Minouk mit Meersäuli Micky..jpg

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AZ

Ob ich eine grosse Tierli-Liebhaberin sei, werde ich oft gefragt. Ich antworte dazu jeweils nur mit einem Achselzucken. Hatte ich denn überhaupt je die Wahl? Meine erste Erinnerung geht auf einen Wellensittich zurück, der unsere Nächte mit seinem psychopathischen Gezwitscher terrorisierte. Damals war ich vielleicht drei. Es war ein Notfall, der Vogel musste umplatziert werden, weil sein Herrchen starb. Ein paar Jahre später waren es Meerschweinchen, deren Besitzer sie loshaben wollten. Sonst würden sie eingeschläfert, hiess es. Wie hätten wir da nein sagen können? Dann kamen Zwerghasen, und, und, und. Tiere waren einfach schon immer ein Teil meiner Kindheit.

Also war ich eigentlich nicht so erpicht darauf, auch in meinem eigenen Haushalt einen halben Zoo zu haben. Obwohl ich absolut keine Tierhasserin bin. Aber man halst sich ja doch einiges auf. Tierbetreuung, Gehegepflege, Futterbeschaffung, Ferienhüte-Organisation, Tierarztbesuche, Suchaktionen, ...

Zu früh gefreut. Mein Auserwählter brachte Minouk, einen schwarzen Kater, in die Ehe. Er oder ich? Es war gar nicht so einfach, ihn (den vierbeinigen Kater) zu knacken. Anfangs akzeptierte er mich nämlich gar nicht. Da kann so manche Patchwork-Familie ein Lied davon singen. Irgendwann allerdings akzeptierte er mich doch. Und wie!

Denn Minouk war begeistert davon, mir als Sympathiebeweis lebendige Frösche oder Blindschleichen vor die Füsse zu werfen. Irgendwann wars mit dem Honeymoon vorbei. Der Fokus legte er fortan auf die Kinder. Und weil eben auch meine Kinder mit einem Haustier aufwuchsen, scheint sich der Tierli-Faden in unserer Familie fortzusetzen. Wer weiss, vielleicht gibt es ja so was wie ein Tierli-Gen, das sich immer weiter vererbt.