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Rechtschreibestreit: Frühe Fehler, späte Einsicht

Eine Kontroverse um eine Lerntechnik wird jetzt ein Fall für eidgenössische Bildungspolitiker.
Yannick Nock
Yannick Nock.

Yannick Nock.

Mit Nidwalden verbannt der erste Kanton das «Schreiben nach Gehör» ab der 2. Klasse aus den Schulzimmern. Vieles spricht dafür, dass weitere folgen. Die Einsicht kommt spät, aber sie ist richtig. In doppelter Hinsicht.

Erstens führt «Schreiben nach Gehör» zu Problemen. Die Methode lässt Schulkinder Wörter so schreiben, wie sie es aufgrund des Klanges für richtig halten. So wird aus «falsch», «valsch», aus «und» «ont» oder aus «Eule» «oile». Korrekturen sind nicht vorgesehen. Das nimmt Kindern zwar die Angst (oder «Anxt», wie sie selber schreiben) vor Fehlern. Doch wer die Methode lange praktiziert, bringt die falsche Schreibweise oft nicht mehr aus dem Kopf. Mit Langzeit- folgen, die manchmal bis ins Studium reichen.

Zweitens berücksichtigt der Zeitpunkt des Verbots die Vorteile der Methode. In der 1. Klasse kann gemäss Lehrern ein Mix die Kreativität beflügeln. Spätestens ab der 2. Klasse sind Korrekturen aber nötig. Nicht nur wegen der Langzeitfolgen. Manchen Schülern hilft die richtige Schreibweise dabei, ihre Lese- und Schreibkünste zu verbessern. Das belegen internationale Studien. Nur wer Fehler macht, macht auch Fortschritte.

Wohin Schule ohne Orthografie führen kann, sieht man derzeit in Deutschland: «Eigentlich müssten sich die Verfechter dieser unseligen Methode bei einer ganzen Schülergeneration entschuldigen», klagte zuletzt eine Lehrervertreterin. Mit dem Entscheid aus Nidwalden ist ein erster Schritt gemacht, damit der Schweizer Schülergeneration dieses Schicksal erspart bleibt.

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