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Kommentar

Papst Franziskus hat zu lange gewartet

Die Vorwürfe an Franziskus, er habe einen des sexuellen Missbrauchs beschuldigten US-Prälaten mit Samthandschuhen angefasst, werden vom Vatikan scharf zurückgewiesen - allerdings erst Wochen danach.
Dominik Straub, Rom
Dominik Straub.

Dominik Straub.

Massenproteste in den USA und in Irland, Bischofsrücktritte in Chile, ein neues Dossier über jahrzehntelangen Missbrauch in Deutschland – der Skandal um Priester, die sich an Kindern und Seminaristen vergangen haben, ist noch keineswegs ausgestanden. Er erschüttert die katholische Kirche bis ins Mark – und ist zu einer Belastung für das Pontifikat von Franziskus geworden. Der Vorwurf, der Papst selber habe bei der Vertuschung mitgemacht, ist seit dem Wochenende fürs Erste vom Tisch. Die Anschuldigungen waren politisch motiviert: Sie stammten aus dem Umfeld des ultrakonservativen US-Kardinals Raymond Leo Burke. Als Ankläger fand der Traditionalist den rachsüchtigen Ex-Vatikandiplomaten Carlo Maria Viganò, der sich von Papst Benedikt XVI. und dann von dessen Nachfolger Franziskus ungerecht behandelt fühlte. Dessen Vorwürfe waren von Anfang an unglaubwürdig gewesen.

Die bisherige Bilanz von Franziskus bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals wird dadurch freilich nicht viel besser. Obwohl die systematischen Übergriffe tausender Priester seit Jahren bekannt sind, hat auch der Papst aus Argentinien die Tragweite dieser Verbrechen viel zu lange unterschätzt. Auch unter Franziskus haben Bischöfe und Kardinäle Karriere gemacht, die verdächtigt werden, sexuellen Missbrauch vertuscht oder gar selber daran beteiligt gewesen zu sein. Es reicht nicht, eine Politik der Null-Toleranz bloss anzukündigen. Sie muss auch durchgesetzt werden – indem der Vatikan endlich mit den weltlichen Ermittlern zusammenarbeitet und innerhalb der Kirche unabhängige Untersuchungskommissionen zulässt, die Missbrauchsvorwürfen nachgehen können.

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