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Kommentar

Fertig Neymar!

Simuliererei auf Fussballplätzen sei unwürdig, sagt Jérôme Martinu, Chefredaktor der «Luzerner Zeitung», in der Rubrik «Chefsache». Es müssen neue regeltechnische Sanktionen diskutiert werden.
Jérôme Martinu

Was haben wir über den Brasilianer gelacht vor dem Sommer. Von vielen als bester Spieler der Welt bezeichnet, ist Neymar an der Fussball-WM primär dadurch aufgefallen, dass er sich bei jeder guten Gelegenheit hat fallen lassen, und dies mit theatralischem Gebaren garniert hat. In der Folge wurden x Varianten an Witz-Filmchen mit dem Schwalbenkönig via Handy ausgetauscht. Grossartig die Junioren des FC Widnau, die sich aufs Kommando «Neymar!» mit viel Geschrei fallen liessen. Das Video ist weltweit angeschaut worden.

Der tragische Teil der Geschichte: Die «Neymarisierung» gibt’s zunehmend auch im Schweizer Fussball. Anschauungsunterricht haben jüngst die Zürcher Grasshoppers geboten. Zu Gast beim FC Luzern, lässt GC kaum eine Gelegenheit aus, um mit Theatralik Zeit zu schinden, den Spielrhythmus zu brechen. Peinlicher Höhepunkt: Der Spieler liegt und liegt. Und kaum ist das medizinische Transportwägelchen bei ihm, steht er wieder auf. Völlig zu Recht setzt es Pfiffe und Buh-Rufe. Der Punkt ist erreicht, an dem es Gegensteuer braucht. Die unwürdige Simuliererei ist eine Art antrainierter Reflex geworden, der sukzessive in die Ligen nach unten schwappt. Das ist nicht nur unfair, destruktiv und eine Zumutung für die Zuschauer, sondern es schadet dem Fussballsport auch langfristig. Denn: Die Junioren kopieren das Verhalten ihrer Vorbilder, das «System Neymar» festigt sich zusehends. Schluss damit! Hier sind Trainer mit Rückgrat gefragt, die von ihren Profis Fairplay einfordern. Und es müssen neue regeltechnische Sanktionen diskutiert werden. Vielleicht diese: Wer den Neymar mimt und länger als, sagen wir, 20 Sekunden liegen bleibt, der muss vom Feld für die Pflege. Eine Mitfahrpflicht auf dem Transportwägelchen wird Wunder wirken.

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