Kommentar

EU-Gipfel: Die Schweiz kann nur hoffen

Als Exportnation ist alles andere als eine baldige Einigung gefährlich für das Land.

Remo Hess
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Drei Tage und drei Nächte verhandelten die 27 EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Auf dem Tisch lag das Coronahilfspaket von nicht weniger als 750 Milliarden Euro und das mehrjährige EU-Budget von insgesamt 1100 Milliarden. Das muss gut besprochen sein.

Auf der einen Seite standen die selbsterklärten «Sparsamen» aus den Niederlanden, Österreich, Schweden und Dänemark. Sie wollen keine Geldgeschenke in den Süden verteilen, weil sie fürchten, dass diese dort «verpuffen» könnten, wie es der österreichische Kanzler Sebastian Kurz formulierte. Auf der anderen Seite stand die Kernallianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Sie finden: Die Coronakrise reisst einen so tiefen Graben zwischen unsere Länder, dass er nur mit einem Berg an Geld wieder zugedeckt werden kann.

Rein hypothetisch: Wäre die Schweiz EU-Mitglied, welchem Lager hätte sie sich in Brüssel wohl angeschlossen? In Sachen Haushaltsdisziplin steht der Bundesrat sicher den «Sparsamen» nahe. Jeder Rappen zählt. Auf der anderen Seite dürfte der Solidaritätsgedanke auch den Schweizern wichtig sein.

Aber einerlei. Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied und muss sich über diese Fragen keine Gedanken machen. Stattdessen kann sie als exportorientiertes Land im Herzen des EU-Binnenmarkts in solchen Situationen nur eines tun: hoffen, dass es am Schluss gut kommt.

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