Holcim-Fusion
Es ist eine Frage der Grösse

Am Freitag entscheiden die Holcim-Aktionäre über die Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge. Bei einem Ja würde der weltgrösste Zementhersteller entstehen, der in Asien, aber auch in Afrika stark ist.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Am Freitag entscheiden die Holcim-Aktionäre über die Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge. (Symbolbild)

Am Freitag entscheiden die Holcim-Aktionäre über die Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge. (Symbolbild)

Ein Zementwerk zu bauen, kostet heute Milliarden. Ein Werk zu betreiben, verschlingt Millionen an Energiekosten. Das alles bindet Kapital und hier spielt Grösse eine entscheidende Rolle. Das ist in wenigen Worten, wieso es zur Fusion der beiden Zementriesen Holcim und Lafarge kommt.

Seit der Finanzkrise 2008 haben beide Firmen in ihren Kerngebieten in Europa kaum mehr Geld verdient. Sie müssen sich dorthin bewegen, wo Zement in grossen Mengen gebraucht wird, wo also gebaut wird. Das ist in Asien der Fall und wird es in ein paar Jahren auch noch stärker in Afrika sein. Dort braucht es künftig grosse Investitionen. Über diese Frage befinden nun die Holcim-Aktionäre am Freitag.

Der Widerstand einiger grosser Aktionäre im Vorfeld dieser ausserordentlichen Generalversammlung war jedoch berechtigt. Der Deal benachteiligte die Holcim-Aktionäre allzu sehr. Nun hat man eine Lösung gefunden, bei der alle ihr Gesicht wahren können.

Die Familie Schmidheiny wird am neuen Konzern eine weniger dominierende Rolle spielen. Auch das ist im Sinn der Familie, die ihr Klumpenrisiko schrittweise reduzieren möchte.

Die kommende Generation der Familie, die mit Zement milliardenschwer geworden ist, will sich lieber mit Filmproduktionen beschäftigen oder mit ökologischen Fragen. Auch das hat nicht damit zu tun, dass man keine Verantwortung mehr übernehmen will, sondern im Gegenteil. Es ist auch hier eine Frage der Grösse.

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