Maturtortur
Eine kleine Typologie der Lehrer

Lehrer sind eine spezielle Spezies. Autor und Kantischüler Patrick Züst wagt nach 13 Jahren Schulbankdrücken den Versuch, sie in verschiedene Typen zu unterteilen – vom Experten bis zum Schul-Original.

Patrick Züst
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Bei diesem Lehrer könnte es sich um den Typ «Der Experte» handeln. (Symbolbild)

Bei diesem Lehrer könnte es sich um den Typ «Der Experte» handeln. (Symbolbild)

Keystone

In seiner letzten Busfahrer-Kolumne hat Chefredaktor Christian Dorer die Autofahrer in Typen eingeteilt. Damit kenne ich mich als Kantischüler noch nicht wirklich aus. Dafür aber mit Lehrern. Seit 13 Jahren schlage ich mich tagtäglich mit ihnen herum. Und die Zeit hat gereicht, um diese spezielle Spezies mit all ihren Facetten kennen zu lernen. Eine Typologisierung des Lehrers aus Sicht des Kantischülers.

Der Experte: Ein absoluter Fachmann auf seinem Gebiet. Auch seinen Kollegen ist er bei weitem überlegen. Sein Unterricht ist spannend und abwechslungsreich. Er weiss auf jede Frage eine passende Antwort. Und fordert oftmals genau das auch von seinen Schülern. Besonders bei Prüfungen sorgt er dadurch häufig für Panikattacken.

Der Coole: Die richtige Mischung zwischen Kollege und Autoritätsperson. Zeichnet sich durch seinen Humor, seine Sprüche und seine Schlagfertigkeit aus. Er ist beliebt, obwohl er es gar nicht darauf anlegt. Ausserhalb der Schule spendiert er auch schon mal einen Drink. Oder zwei.

Der «Coole»: Versucht mit allen Mitteln, sich seinen Schülern anzupassen: gespielt jugendliches Auftreten, trendige Kleidung, Jugendsprache. Seine Klasse nimmt ihn nicht ernst – seine Lehrerkollegen erst recht nicht.

Der Diktator: Regiert mit eiserner Faust. Versucht, seine Autorität mit Strafen und mit Strenge durchzusetzen. Oftmals nur mit mässigem Erfolg. Freiheiten gibt es keine – Widerstand wird nicht toleriert. Heutzutage nur noch selten anzutreffen.

Der Faule: Hat sein Lehrerleben optimiert. Bereitet sich praktisch nicht auf die Lektionen vor, gibt Standard-Aufträge und arbeitet vor allem für die dreizehn Wochen Ferien. Sein Unterricht hat Freistunden-Charakter.

Der Labile: Zeichnet sich durch seine enormen Stimmungsschwankungen aus. Vereint alle anderen Lehrertypen in nur einer Person und wechselt dazwischen im Minutentakt. Seine Stunden bieten enormen Unterhaltungswert, wenn sie denn überhaupt stattfinden.

Das Schul-Original: Seit Generationen an der Schule. Er ist berühmt und berüchtigt. Seine Aktionen und Sprüche sind legendär. Er ist aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Und in Zukunft sicherlich auch noch Thema der einen oder anderen #MaturTortur-Kolumne.

Patrick Züst schreibt über sein letzes Schuljahr an der Kanti Wohlen.

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