Kommentar

St.Otmar: Der Vorstand traf einen Entscheid der Vernunft

St.Otmars Sportchef Beat Kaiser tritt per sofort von seinem Amt zurück. Er wollte den St.Galler Handball-NLA-Club mit namhaften Spielern verstärken. Diesem Unterfangen schob der Vorstand einen Riegel.

Ives Bruggmann
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Ives Bruggmann (Bild: Ralph Ribi)

Ives Bruggmann (Bild: Ralph Ribi)

Primoz Prost, Jens Schöngarth und vor allem Robert Weber: Diese Spieler aus der Bundesliga wären zweifellos eine Attraktion für St.Otmar und die Handball-NLA gewesen. Mit ihnen sowie dem bereits vorhandenen Kader, das in dieser als Übergangssaison bezeichneten Spielzeit bereits den Playoff-Viertelfinal erreicht hatte, wollte Sportchef Beat Kaiser mittelfristig den St.Galler Traditionsverein wieder an die nationale Spitze führen. Doch zu welchem Preis?

Der Verein und der zurückgetretene Sportchef wollten keine Details zur Trennung nennen. Sicher ist jedoch: Topspieler kosten viel Geld. Und dieses war der Vorstand um Präsident Hans Wey nicht bereit zu bezahlen. Die Finanzierung wäre nicht sichergestellt gewesen.
So kam es zum unvermeidbaren Rücktritt des ambitionierten Sportchefs Kaiser.

St. Otmar steht nun vorübergehend ohne sportlichen Leiter da, muss sich aber zu einem späteren Zeitpunkt nicht den Vorwurf gefallen lassen, fahrlässig gehandelt zu haben. Genau das wäre der Fall gewesen, hätte der Club mehr Geld ausgegeben, als er einnimmt. So gesehen ist der Entscheid St. Otmars, auf Toptransfers zu verzichten, einer der Vernunft. Auch wenn sportlich das Mittelmass droht.