Bundeshaus-Blog
Die mutlosen Nationalräte

Wie ein findiges Berner Fotogeschäft nach der Affäre um Geri Müller Nationalräte - erfolglos - für eine PR-Kampagne einspannen wollte.

Antonio Fumagalli
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Lockvogel-Angebot eines Berner Fotogeschäfts für Nationalräte.

Lockvogel-Angebot eines Berner Fotogeschäfts für Nationalräte.

Zur Verfügung gestellt

Ob berechtigt oder nicht – aufgrund der Affäre rund um die freizügigen Privatfotos von Grünen-Nationalrat Geri Müller war der Begriff «Nackt-Selfie» letztes Jahr plötzlich in aller Munde. Ein findiges Berner Fotogeschäft liess sich nicht zweimal bitten und veröffentlichte eine unzweideutige Kamera-Werbung «für scharfe Selfies», verbunden mit dem Hinweis, dass Nationalräte sie zum halben Preis erwerben können.

Nun – ziemlich genau ein Jahr danach – ist es Zeit für eine Bilanz: Welche Parlamentarier haben sich das Schnäppchen nicht entgehen lassen? Eine Nachfrage beim Fotogeschäft Zumstein zeigt: Niemand. Einige Nationalräte hätten zwar scherzhaft angedroht, gleich mit der ganzen Kommission dem Geschäft einen Besuch abzustatten, aber wirklich vorbeigeschaut habe dann doch keiner. «Es fehlte leider der Mut», so Geschäftsführer Markus Säuberli lapidar.