Kunstkauf
Die Kunst des Teilens: Wie sie zwei Länder gleich neu erfunden haben

Das 21. Jahrhundert werde das Jahrhundert des Teilens, haben Zukunftsforscher prophezeit. Und wir gehorchten. Wir sharen! Nun haben Holland und Frankreich die Kunst des Teilens – oder besser das Kunst-Teilen – neu erfunden.

Sabine Altorfer
Sabine Altorfer
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embrandt-Gemälde des Ehepaares Maerten Soolmans und Oopjen Coppit.

embrandt-Gemälde des Ehepaares Maerten Soolmans und Oopjen Coppit.

Keystone

Das 21. Jahrhundert werde das Jahrhundert des Teilens, haben Zukunftsforscher prophezeit. Und wir gehorchten. Wir sharen nicht nur unsere Vorlieben, sondern teilen auch unsere Autos, unsere Wohnungen und unser Wissen.

Jetzt haben Holland und Frankreich das Kunst-Teilen erfunden. Sie haben zusammengelegt und für 160 Millionen Euro zwei Rembrandt-Gemälde des Ehepaares Maerten Soolmans und Oopjen Coppit von der Familie Rothschild gekauft.

Zuerst haben die beiden Staaten gegeneinander geboten – Frankreich, weil die Bilder im Land waren, und Holland, weil Rembrandt Holländer war – und den Preis noch ein bisschen hochgetrieben. Und dann als Verzweiflungstat sich fürs Teilen entschieden, weil sonst irgendein Ölscheich zugelangt und den Rembrandt privatisiert hätte.

Doch was passiert nun mit dem Paar? Muss er nach Amsterdam, sie nach Paris? Nein, eine Scheidung mutet man dem Paar aus dem 16. Jahrhundert nicht zu. Es wird
pendeln. Gut tun wirds ihm nicht. Aber vielleicht können die Museen die Pendler-Kosten von den Steuern abziehen.

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