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Kommentar

Dschihad-Rückkehrer oder
die Grenzen der Solidarität

Die letzte Bastion des IS in Syrien fällt, womit die Problematik Dschihad-Rückkehrer erneut an Aktualität gewinnt. Doch die Antwort auf die komplexe Frage ist trotz diverser Bedenken klar.
Sasa Rasic
Sasa Rasic

Sasa Rasic

Es ist ein durchaus erwartetes, aber nicht minder furchterregendes Phantom, das bildlich gesprochen vor unseren Toren steht. Durch den definitiv bevorstehenden Fall der letzten IS-Bastion in Syrien stellt sich die Frage nach der Rückkehr der Dschihad-Reisenden. Immerhin sind es Tausende von Personen, die nicht aus Syrien stammen, die zum «Islamischen Staat» gereist sind. Darunter auch Schweizer. Neben der mit Abstand wichtigsten Frage der Sicherheit für die Bevölkerung aufgrund der potenziell Rückkehrenden bietet die Idee von Ausbürgerungen auch juristisch viel Stoff für Auseinandersetzungen.

Die Frage, ob Betroffene trotz allem in die Schweiz zurückkehren sollen, ist mit Nein zu beantworten. Für Verbrechen – auch wenn es als Zivilist «nur» die Komplizenschaft ist – muss man dort, wo man sie begangen hat, geradestehen und sich vor Gericht verantworten. Dies muss geschehen, bevor man überhaupt die Rückkehr-Debatte führt.

Natürlich resultiert diese Haltung in harten Einzelschicksalen. Und ja: Menschen machen Fehler, und auch bei Kriminellen ist das Ziel am weiten Horizont eine erfolgreiche Resozialisierung. Doch eine Dschihad-Reise ist kein Raub aus Geldmangel oder ein Verbrechen aus dem Affekt heraus. Diese Personen mussten in ein Nachbarland Syriens reisen und sich ins Land schmuggeln lassen. Eine Reise, die mehrere Momente zum Überdenken des eigenen Handelns bietet. Freiwillig einen mit Wohlstand gesegneten und funktionierenden Rechtsstaat zu Gunsten einer menschenrechtsverachtenden Diktatur zu verlassen, ist eine der grössten Verachtungen, welcher man seinem Heimatland entgegenbringen kann. Die Sicherheit der in der Schweiz Verbliebenen ist hier höher zu gewichten als Einzelschicksale. Man kann es abwägen und interpretieren, wie man will: Das richtige Wort dafür ist Verrat. Und wer sich derart gegen den eigenen Staat auflehnt und anschliessend auf Gnade hofft, sollte sich fragen, ob er oder sie an der gleichen Stelle eine derart unermessliche Güte an den Tag legen würde. Die Antwort liegt im Boden des Mittleren Ostens in Gräbern verteilt. Zwar von IS-Kämpfern hingerichtet, aber ermöglicht durch die Zivilisten in der Maschinerie der Terrormiliz.

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