#MaturTortur
Die Generation Y im Liveblog

Bis zu seiner Matur im Juni wird Patrick Züst hier über seinen Alltag als Kantischüler und Mitglied der «Generation Y» berichten. Mit einer wöchentlichen Kolumne und jederzeit in seinem Liveblog.

Patrick Züst
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Patrick Züst gibt seiner Generation eine Stimme.

Patrick Züst gibt seiner Generation eine Stimme.

Creativa - Fotolia

Die erste Kolumne

Hier spricht die Generation Y

Es war schön, sich als kleiner Jungjournalist hinter der breiten Masse der Wohler Kantischüler verstecken zu können. Diese Zeiten sind jetzt wohl vorbei. Heute erscheint zum ersten Mal meine neue Kolumne #MaturTortur.

Wir waren in den vergangenen Wochen oft in den Medien vertreten. Wir, die «Generation Y», die «Generation Hashtag», die Langweiligen, die Seriösen, die Frechen, die Desinteressierten.

Geschrieben wurden die meisten dieser Texte von Journalisten, die keine wirkliche Bindung zu uns haben. Bei ihren Recherchen stützen sie sich zwar auf Statistiken und Untersuchungen. Wie das Leben von mir und meinen Kollegen aber wirklich aussieht, können sie sich meist nicht vorstellen. Und das merkt man.

#MaturTortur ist ein Perspektivenwechsel. Bis zu meiner Matur im Juni soll hier wöchentlich ein kleiner Einblick in das Leben eines achtzehnjährigen Kantischülers in seinem Maturajahr gegeben werden. Erzählungen vom Schulabschluss, von Autofahrstunden und von der ersten Steuererklärung. Es geht um Alkohol, Sex und Drogen – vielleicht sogar um Liebe. Das Ganze mache ich nicht, um Aufmerksamkeit zu generieren, nicht um mich selbst zu profilieren und auch nicht, um meine Lehrer zu ärgern. Gut, vielleicht auch ein bisschen, um meine Lehrer zu ärgern. Vor allem aber mache ich es, um meiner Generation eine Stimme zu geben.

Bereits in der Vergangenheit habe ich über das Leben an der Kanti Wohlen berichtet. Immer tabulos, nackt und ehrlich. Vielleicht ein bisschen zu ehrlich. Denn oftmals endeten solche Artikel für mich mit einem Gespräch bei der Schulleitung. Dass auch das Projekt #MaturTortur einen ähnlichen Verlauf nehmen könnte, ist durchaus vorstellbar. Für mich beginnt mit #MaturTortur eine wöchentliche (und dazu noch öffentliche) Gratwanderung mit dem Ziel, niemandem zu stark auf die Füsse zu treten, vielleicht aber doch ab und zu mal einen kleinen Zeh zu treffen. Bereits jetzt laufen in meinem Kollegenkreis die ersten Wetten, wie lange es dauern wird, bis ich die erste Vorladung zum Rektor erhalten werde. Ich bin gespannt. Und werde dann natürlich darüber berichten.

Patrick Züst (18) ist freier Mitarbeiter der Aargauer Zeitung und absolviert derzeit sein letztes Schuljahr an der Kantonsschule Wohlen.

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