Polemik
Die ach so beliebte Gewerkschafterin

Die Zeitung «Work» ist eine Gewerkschaftszeitung. Herausgeberin ist die grösste Gewerkschaft der Schweiz, die Unia. Neuerdings kritisiert die Zeitung auch SNB-Chef Thomas Jordan.

Andreas Schaffner
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Vania Alleva führt die Geschicke der Unia (Archiv)

Vania Alleva führt die Geschicke der Unia (Archiv)

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Die Zeitung «Work» ist eine Gewerkschaftszeitung. Herausgeberin ist die grösste Gewerkschaft der Schweiz, die Unia.

Neuerdings kritisiert die Zeitung auch SNB-Chef Thomas Jordan wegen dessen angeblicher Politik des starken Frankens. In einem grossen Porträt aus der Feder von «Work»-Chefredaktorin Marie-Josée Kuhn kam gestern die neue Unia-Präsidentin Vania Alleva ausführlich zu Wort.

Die 45-jährige ehemalige Journalistin, die an der Delegiertenversammlung kürzlich mit 93,15 Prozent der Stimmen gewählt wurde, wird – wohl wegen des Resultats – als «beliebt» bezeichnet: «Präsidentin der Herzen» lautet gar der Titel des Artikels.

Das wirkt extrem propagandistisch und ist beim besten Willen kaum zu glauben: Alleva war zuvor Co-Präsidentin bei der Unia. Gemeinsam mit Renzo Ambrosetti.

Der ehemalige Smuv-Mann pflegte einen konzilianteren Ton gegenüber den Arbeitgebern, ganz in der Tradition des Arbeitsfriedens, den der Schweizerische Metall- und Uhrenarbeitnehmerverband vor der Fusion zur Unia pflegte.

Nun trat Ambrosetti ab. Seine Art wird vielen in der Gewerkschaft fehlen. Doch davon steht nichts in der Gewerkschaftszeitung.

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