Kommentar

Der Austritt von Raiffeisen aus der Bankiervereinigung ist ein gutes Signal – endlich mehr Wettbewerb

Daniel Zulauf
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Für die Konsumenten ein Schritt in die richtige Richtung. (Symbolbild)

Für die Konsumenten ein Schritt in die richtige Richtung. (Symbolbild)

Foto: Keystone

Der Austritt von Raiffeisen aus der Bankiervereinigung ist für uns Konsumenten ein gutes Signal. Er bedeutet, dass der stärkere Wettbewerb die Banken nun zwingt, die Interessen ihrer Kunden über die Standesinteressen zu setzen.

Die Bankiervereinigung war in ihrer über hundertjährigen Geschichte immer wieder für das Gegenteil besorgt. Zum Beispiel organisierte sie das Gebührenkartell, das erst 1993 im Zug der Einführung des schweizerischen Kartell- und Binnenmarktgesetzes aufgehoben wurde.

Ein starker Korpsgeist mag den Schweizer Banken und ihren Aktionären in den vergangenen Jahrzehnten wirtschaftliche Vorteile gebracht haben. Aber das branchenpolitische Gebot zum unbedingten Gehorsam hatte auch seinen Preis.

Zur Bezahlung der 6-Milliarden-Franken teuren Rechnung im Steuerstreites mit den USA mussten etwa 100 Institute im Land Millionenbeiträge leisten, darunter auch viele Lokalbanken, die ohne die fehlgeleiteten Expansionsstrategien der Grossbanken niemals ins Visier der US-Justiz geraten wären.

Weniger Korpsgeist bedeutet mehr Selbstverantwortung - für jede einzelne Bank. Das ist genau das, was es braucht, wenn der Wettbewerb härter wird. Und es ist letztlich auch das, was der schweizerische Gesetzgeber nach den schlimmen Erfahrungen aus der Finanzkrise erreichen wollte.

Freilich verantwortet die Bankiervereinigung auch Errungenschaften wie die Einlagensicherung oder den Ombudsmann. Diese gilt es nun im gemeinsamen Interesse aller Kunden und Banken zu bewahren.