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Der Spott ist fehlplatziert

Junge Klima-Retter werden oft belächelt. Doch sie könnten jene sein, die zuletzt lachen.
Sasa Rasic
Sasa Rasic

Sasa Rasic

Jetzt rückt langsam einer der ersten Tests für den Einfluss der Klimaproteste an. Wird sich das Engagement der zahlreichen Demonstranten in der kommenden Ferienzeit zahlenmässig bei Flugreisen und Emissionskompensationen niederschlagen? Wenn man jüngst Leserbriefseiten oder Online-Kommentare durchstreift hat, könnte man den Eindruck bekommen, dass die Antwort ein gehässiges Nein sein wird. Denn neben einigen Zuspruch provozieren die überwiegend von der Jugend getragenen Klimaproteste auch einiges an Kritik. Oft präsentiert sich diese in spöttischen Anregungen, was für die Jungen sinnvoller wäre, als zu demonstrieren.

Doch die Jugendbewegung als reine Spass-Demonstranten abzutun, ist ignorant. Sie bringt auch aussergewöhnliche Persönlichkeiten zutage. Wie etwa die 16-jährige Isabel Wijsen aus Bali. Die Klima-Aktivistin referierte über ihre Tätigkeit am Freitag am World Tourism Forum im KKL Luzern (siehe Seite 8). Und begeisterte das Publikum. Denn man müsste sie eher als (alternative) Unternehmerin bezeichnen. Im Gegensatz zur gleichaltrigen und aktuell bekanntesten Klima-Exponentin Greta Thunberg – mit der sie plakativ, aber nicht ganz korrekt – verglichen wird, hat sie deutlich mehr vorzuweisen. Sie und ihre Mitstreiter der Organisation «Bye Bye Plastic Bags» sorgten etwa dafür, dass auf Bali seit Anfang Jahr Plastiksäcke verboten sind. Und durch die Herstellung von wiederverwertbaren Säcken als Alternative werden auf der Insel Arbeitsplätze geschaffen. Mit der Hälfte des Profits wird der Kreis dann wieder geschlossen, da er unter anderem für die Umstellung auf nachhaltige Energiegewinnung in den Dörfern verwendet wird.

Wijsen wird nicht die Einzige mit derartigem Potenzial innerhalb der Jugendbewegung sein. Denn wie es aussieht, besteht diese Jugend bei weitem nicht nur aus Mitläufern, die lieber demonstrieren, als einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. Viel eher entstehen hier Netzwerke voller Kreativität und Motivation. Die Jungen lernen, politische Vorgänge für sich zu nutzen, und soziale Netzwerke (Stichwort: Mobilisierung) nutzen sie aufgrund ihres Alters nicht nur, sondern leben sie. Behutsamkeit statt Spott ist hier angebrachter. Denn der präsentierte Elan der Jugend droht wohl den einen oder anderen abzuhängen.

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