Pflege
Der Sensor soll nicht stressen, sondern nützen

Der Konflikt ist klassisch: Menschlichkeit und Betriebseffizienz prallen selten so schön aufeinander wie bei der Pflege. Hier geht es um die Sorge um den kranken Mitmenschen, nur kosten darf es nichts, sagen die Kassen und Gesundheitspolitiker.

Christoph Bopp
Christoph Bopp
Merken
Drucken
Teilen

Pflege kann besser oder schlechter organisiert werden, darf aber nicht zur Pflegeindustrie verkommen. Fachangestellte Gesundheit – so heissen die mittlerweile – müssen einen unmöglichen Spagat vollführen. Keine Zeit verplempern, weil die kostet, aber auch die Patienten nicht unmenschlich herumkommandieren.

Natürlich ist alles zu begrüssen, was die Arbeit des Pflegepersonals erleichtert und gleichzeitig die Beschwerden der Patienten vermindert. So gesehen ist die Ausdehnung der IT-Industrie in den Pflegebereich segensreich. Patienten getrauen sich manchmal nicht, nach «der Schwester» zu klingeln – und verschlimmern so ihre Beschwerden und die Arbeit des Personals.

Automaten können das besser. Sie sind unbestechlich objektiv. Der Spagat ist einer des Masses. Und Mass hat meist mit Gefühl zu tun. Wer braucht was? Wenn die Stoppuhr bei der Pflege läuft, ist es nicht gut. Jeder Patientin, jedem Patienten die bestmögliche Pflege zu geben, ist anspruchsvoll. Wenn die Technik dabei hilft, verhindert das Überlastung – des Personals.