Kolumne

Apropos: Der Mann und das Meer

Christian Kamm
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Hätten Sie nicht vermutet: Aber ich wohne am Meer. Und gehe trotzdem jeden Tag zur Arbeit nach Frauenfeld. Ohne Flugzeug. Ich bin meistens pünktlich. Und kann gleichzeitig von mir behaupten, dass ich zwischen Aufstehen und Frühstück noch schnell am Meer Joggen gewesen bin. Nicht schlecht für einen Schweizer, oder?

Wie das geht? Ganz einfach. Am Bodensee funktioniert das. Nicht immer, aber im Winterhalbjahr immer öfter. Stellen Sie sich vor: Sie stehen am Ufer des Sees und schauen aufs Wasser hinaus. Und sehen zwar weit, sehr weit, aber – und das ist der Clou – nicht bis zum deutschen Ufer hinüber. Ihr Blick verliert sich in der Weite des Horizonts. Wie am Meer eben.

Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt. Versetzen Sie sich zum Beispiel an die Küste Südschwedens und geniessen Sie den Ausblick auf die Ostsee. Oder irgendwo an die Gestade des Mittelmeers. Glauben Sie mir: Es funktioniert. Und eines Tages, da bin ich mir sicher, wird auch einmal ein Frachtschiff am Horizont vorüberziehen.