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Kommentar

Der FC St.Gallen verliert Potenzial – auch deshalb sollte er weiter auf Vilotic und Wittwer setzen

Der FC St. Gallen hat den lukrativen dritten Platz bloss um ein Tor verpasst. Das ist eine Enttäuschung. Hätten die Ostschweizer früher zu mehr Stabilität gefunden, könnten sie sich nun über mindestens drei Millionen Franken freuen. Wichtig ist nun, dass die Vereinsleitung die Zeichen richtig deutet.
Patricia Loher
Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion.

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion.

Immerhin waren die letzten Saisonspiele ein Lichtblick. Das hatten die St. Galler natürlich primär Tranquillo Barnetta zu verdanken. Aber es gab noch andere Zeichen, welche die Vereinsleitung deuten sollte. Vor allem im Hinblick auf die Kaderplanung, bei der noch vieles ungewiss ist.

Defensiv stabilisierte sich St. Gallen erst, als es die Balance fand zwischen Pragmatismus und Angriff pur. Dabei spielte die Hereinnahme von Milan Vilotic eine grosse Rolle. Der Serbe war dem jungen Team in nervösen Zeiten eine wichtige Stütze. An seiner Seite und als rechter Verteidiger blühte auch Captain Silvan Hefti auf. Und Andreas Wittwer stellte unter Beweis, dass er zu St. Gallen passt: Der Berner ist ein bodenständiger Kämpfer, dessen Leistungen, mit Ausnahme des letzten Spiels in Zürich, kaum Anlass für Kritik gaben. Mit dem zweiten Innenverteidiger Musah Nuhu könnte St. Gallen gar eine Perle gefunden haben. Und dahinter steht das talentierte Eigengewächs Leonidas Stergiou bereit.

Eine Abwehr für nächste Saison hätte St. Gallen also zusammen, wenn da bloss nicht die Umstände wären, dass der Vertrag von Vilotic ausläuft und man Wittwer mitgeteilt hat, den Kontrakt nicht zu verlängern. Hinzu kommt, dass Hefti möglicherweise auf dem Absprung ist. Der FC St. Gallen könnte sich einiger Sorgen entledigen, käme er bei Wittwer auf seinen Entscheid zurück und würde er Vilotic weiter an sich binden. Mit ihm, Jordi Quintillà und Cedric Itten wäre dann immerhin schon ein Teil der Achse für die neue Saison bestimmt.

Obwohl die Verantwortlichen immer wieder betonen, dass eine gewisse Fluktuation dem Zeitgeist entspricht, kann es nicht das Ziel sein, vor jeder Saison neu anfangen zu müssen. St. Gallen verliert mit Barnetta, Majeed Ashimeru und wohl auch Vincent Sierro bereits sehr viel Potenzial. Wichtig wäre in dieser Situation, dass zumindest die Basis des Teams zusammenbleibt. Eine Schlüsselfrage ist, wie Sportchef Alain Sutter die Abgänge kompensieren will. St. Gallen bricht das offensive Mittelfeld und mit Barnetta die Leaderfigur weg. Die neue Vereinsleitung steht nach eineinhalb Jahren Arbeit vor der Nagelprobe. St. Gallen muss Spieler finden, die den Unterschied ausmachen.

Nachdem Sutter zuletzt gezwungen war, eine Million Franken einzusparen, dürften nun immerhin doch einige Gelder freiwerden.
Auch der Abgang von Daniel Lopar fällt in dieser Hinsicht ins Gewicht. Der treueste St. Galler und langjährige Stammgoalie verlässt den Club nach 13 Jahren in Richtung Australien. Das ging in der Euphorie und Abschiedsmelancholie um Barnetta fast ein wenig unter. Schade, dass Lopar ein letztes Spiel für die St. Galler verwehrt geblieben ist. Es wäre seine 300. Partie für die Ostschweizer gewesen.

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