Mulhouse
Der Eisbär im grossen Schwimmbassin

Der Zoo von Mulhouse hat eine neue Attraktion. Wen Eisbären kaltlassen, der kann stattdessen einen Ausflug nach Mulhouse mit dem Besuch des exotischen Marktes verbinden.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Einer von drei Eisbären, die im Zoo von Mulhouse über und unter Wasser beobachtet werden können.
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Die Eisbären geniessen die Abkühlung.
Die Eisbären geniessen die Abkühlung.
Eisbären in Mulhouse
DV-1914
Die Eisbären geniessen die Abkühlung.
Die Eisbären geniessen die Abkühlung.
Markt in Mulhouse
Markt in Mulhouse

Einer von drei Eisbären, die im Zoo von Mulhouse über und unter Wasser beobachtet werden können.

Michel Foos

Aus dem Basler Zolli sind sie schon lange verschwunden, im Zoo von Mulhouse aber kann man die Eisbären von einer grossen Aussichtsplattform und von Schaufenstern aus in aller Ruhe beobachten.

Am schönsten ist es zuzuschauen, wenn sich einer der weissen Giganten im riesigen Schwimmbecken, in das ein grosser Wasserfall mit grossem Getöse fällt, mit einem Autoreifen amüsiert. Bis auf den Grund des Bassins stehen grosse Steinblöcke, an denen er sich bisweilen reibt. Die Zuschauer können das gesamte Becken, das drei Meter tief ist und eine Fläche von 200 Quadratmeter hat, durch eine grosse Scheibe überblicken.

Mulhouse

Mulhouse ist vom Basler Bahnhof SBB/Elsässer Bahnhof ausgezeichnet mit dem Zug zu erreichen. In manchen Stunden gibt es vier Verbindungen.

Der Zoo hat im Sommer täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 14,50 Euro, zwischen 6 und 16 Jahre 8,50 Euro und ist bis 6 Jahre gratis. Der Zoo ist vom Bahnhof aus in sieben Minuten mit dem Bus 30, Richtung Hôpital Emile Muller, zu erreichen, am Sonntag Bus 64.

Zum Markt fährt vom Bahnhof das Tram 3, Richtung Lutterbach, Haltestelle Porte Haute. www.marchedemulhouse.com

Informationen zu den zahlreichen technischen Museen finden sich auf einer ausgezeichneten Internetseite: www.musees-mulhouse.fr

Tina ist eine 30 Jahre alte Eisbärendame, deren Partner gestorben ist. Vicks und Sesi, das neue Paar, ist jeweils vier Jahre alt und kommt aus zwei verschiedenen niederländischen Zoos.

Einkehren und einkaufen

Kulinarisch überzeugen in Mulhouse vor allem die Patissiers. Hier gibt es Etliches zu entdecken. Ob das nun Carlos in der rue du Sauvage 22, Helfter in der Passage Central 27 oder das Café Mozart am Place de la Réunion ist, dass die Schleckereien von Jacques anbietet – fein schmeckt es hier überall und die Auswahl ist nicht vollständig.

Ein schönes Café und ebenfalls eine Patisserie gibt es auch im Maison Engelmann, das im Oktober 2012 in der rue de la Moselle 15 eingeweiht wurde. Im vorderen Teil funktioniert das kleine kulinarische Einkaufszentrum, wozu auch eine Weinhandlung und ein Traiteur neben einer Buchhandlung gehört, gut, aber weiter hinten stehen einige Läden hartnäckig leer.

An der Place de la Réunion wiederum befinden sich der feine Käseladen Au Bouton d'Or und das elsässische Restaurant Auberge du Vieux Mulhouse, das unter der Woche auch ein Mittagsmenü für 12,90 Euro anbietet. Von den Winstub sind auch Henriette in der rue Henriette 9 und vor allem Le Cellier Rue du Trois Rois 4, etwas am Rande der Innenstadt, zu empfehlen. Von den Preisen her allerdings muss man sich schon darauf einstellen, dass sie sich von der Schweiz nicht unbedingt stark unterscheiden. Eine Beiz mit einem wirklich guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist schwer zu finden.
Regelmässig gelobt, aber noch einmal teurer, sind der Edel-Italiener Il Cortile in der 11, rue des Franciscains und das Fischrestaurant Le Bistrot à Huîtres, 2, rue du Moenchberg hinter dem Bahnhof am Fuss des Rebbergs.

Abzuraten ist auf jeden Fall von einem Ausflug am Sonntag oder auch am Montag. Etliche Geschäfte, Cafés und Restaurants haben montags, mindestens am Vormittag, wenn nicht den gesamten Tag, zu. (psc)

Der Zoo von Mulhouse ist gleichzeitig auch ein Botanischer Garten und wurde 1868 gegründet. Heute beheimatet er 1200 Tiere und 3000 Pflanzen.

Rundblick vom Turm

Nahe beim Zoo befindet sich ein Aussichtsturm – vom Kreisel vor dem Haupteingang der rue Auguste Ludwig in Richtung Belvédère folgen. Von dort hat man einen schönen Rundblick auf Jura, Schwarzwald und Vogesen und überblickt Mulhouse. Der stählerne Turm mit seinen 108 steilen Holztreppen wurde 1898 von der Firma Ph. Anton Fauler aus Freiburg im Breisgau gebaut, damals gehörte das Elsass zum Deutschen Reich.

Wieder auf dem Boden ist ganz in der Nähe des Turms ein eindrückliches Denkmal für die «malgré nous» zu sehen, die elsässischen Zwangseingezogenen im Zweiten Weltkrieg, von denen viele ihr Leben im russischen Lager Tambov liessen.

Wer mit Zug und Bus gekommen ist, der kann vom Belvédère auch durch den Rebberg, das alte Villenviertel von Mulhouse, in einer guten halben Stunde den Berg hinunter zum Bahnhof zurücklaufen – am besten stattet man sich dafür aber mit einem Stadtplan aus. Vom Boulevard Alfred Wallach hinter dem Bahnhof führt eine Fussgängerpassage wieder zum Bahnhofsvorplatz.

Wen Eisbären kaltlassen, der kann stattdessen einen Ausflug nach Mulhouse auch mit dem Besuch des exotischen Marktes «Marché du Canal Couvert» verbinden. Mit bis zu 350 Ständen in der Hochsaison zählt er zu den grössten Märkten Frankreichs. Neben vielen kleinen elsässischen Produzenten bieten auch etliche nordafrikanische Händler Früchte und Gemüse an, manche verkaufen auf kleinen Tischen hoch gestapelt gebündelte frische Minze, mit der sich zu Hause ein erfrischender Tee machen lässt.

Der Markt teilt sich in drei Teile. Südlich von der ihn trennenden Rue Franklin/Avenue Aristide Briand finden sich Stoffe und Kleider, CD's, Taschen und Haushaltswaren, während sich auf der anderen Seite bis zur Markthalle die Stände mit den Frischwaren wie zum Beispiel Ziegenkäse oder Salami, Blumen, Früchte und Gemüse finden.

Freundlich helle Markthalle

Die Markthalle wurde 2001 modernisiert und den EU-Normen angepasst. Sie ist dadurch auch heller und freundlicher geworden. Neben orientalischen und elsässischen Metzgern gibt es Stände für italienische und portugiesische Produkte, Gewürze, Fisch, Käse und Bäckereien. Im ersten Stock ist ein Restaurant.

Der Markt findet Dienstag, Donnerstag von 7 bis 17 Uhr und Samstag von 6 bis 17 Uhr statt. Mit Abstand am grössten ist er am Samstag. Für einen Besuch bietet sich dann der Morgen und Vormittag an, denn die vielen kleinen Produzenten, die am Samstag auf den Markt kommen, packen ihre Sachen in der Regel gegen Mittag zusammen.

Der Markt in Mulhouse findet dreimal pro Woche statt.

Der Markt in Mulhouse findet dreimal pro Woche statt.

Office de Tourisme Mulhouse

Noch einen dritten Grund für einen Ausflug nach Mulhouse gibt es: ein wenig französisch, elsässisches Flair in der Altstadt tanken, die allerdings nicht überall gleich attraktiv ist. Vom Bahnhof aus ist der zentrale Place de la Réunion in knapp zehn Minuten zu Fuss zu erreichen. Hier befindet sich auch das alte Rathaus von 1552. Ab 1515 galt Mulhouse als zugewandter Ort der Eidgenossenschaft und hatte einen Vertrag mit 13 Kantonen abgeschlossen. 1798 schloss sich die Stadt Frankreich an, deshalb heisst der Platz auch Place de la Réunion, und beendete die Periode der engen Verbindung mit der Schweiz, deren 500-Jahr-Jubiläum dieses Jahr gefeiert wird.

Am lebendigsten sind die beiden verkehrsfreien Strassen rue Henriette und rue des Boulangers, die vom Place de la Réunion abgehen. Die Strassennamen werden stets auch auf Dialekt angegeben. So steht unter der zentralen Einkaufsstrasse Rue du Sauvage «Wildemannsgass.»