Kolumne

Der Chlaus, die Chlaus, das Chlaus

François Schmid-Bechtel
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Der Samichlaus hat Bart und eine tiefe Stimme. Das mit dem Bart ist kein Killerkriterium, weil eh nicht echt. Aber die Stimme, da fallen viele Frauen durch den Raster. Mir fällt auf die Schnelle nur eine ein, die es drauf hätte: Mechthild Grossmann. Das ist die Staatsanwältin aus dem Tatort Münster. Das Problem: Sie ist wahrscheinlich nicht verfügbar und raucht Kette. Da ist die Gefahr halt schon gross, dass der Bart plötzlich Feuer fängt. Und so eine brennende Sami­chläusin wäre dann eher besser für jene, die finden: «Der Samichlaus ist und bleibt männlich, basta.»

Es ist eine Frau, die das gesagt hat: Karin Diefenbacher, Präsidentin der Zürcher St. Nikolausgesellschaft. Über die Samichlaus-Genderfrage lässt sich abendfüllend debattieren. Sie mögen es mir verzeihen, dass ich nicht posaune: «nur Mann» oder «Frau geht auch». Denn ich bin hin und her gerissen. Deshalb werde ich künftig meine Kinder fragen, ob es sie stören würde, wenn der Samichlaus eine Frau wäre. Schliesslich geht es um sie.