Kommentar

«Man versucht zu erhalten, was man liebt» – Deshalb unterstützt der Alpenclub die Gletscher-Initiative

Kommentar zum Entscheid des Schweizer Alpen Clubs SAC sich politisch zu positionieren bezüglich der Gletscherinitiative.

Sabine Kuster
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Im Sommer sieht der Gletscher aus wie ein krankes Tier. Still liegt er da, mit tiefen Furchen in der grauen, mit Steinchen übersäten Haut. In den Furchen rauscht das Wasser talwärts, als würde er zu Ader gelassen. Erst im Herbst, wenn im Hochgebirge wieder Schnee fällt, heilen die Wunden des Gletschers. Vorübergehend.

Wer ab und zu in den Bergen unterwegs ist, der sieht, was der Klimawandel anrichtet. Selbst wenn keine Tafeln darauf hinweisen, wo ein Gletscher wann noch wie weit ins Tal hinabreichte, sieht man es den glatt geschliffenen, noch unbewachsenen Felsen an, dass sie vor kurzem noch von Eis bedeckt waren.

Vielleicht gelingt es manchen Berggängern und Mitgliedern des Schweizer Alpenclubs SAC, einfach zu fluchen, wenn eine Route steinschlaggefährdet geworden ist, weil der Permafrost taut und den Berg bröckelig macht. Oder sie passen sich halt an und verschieben jene Touren, die sich im Hochsommer nicht mehr machen lassen, weil die Kluft zwischen Gletscher und Berg unüberwindbar gross geworden ist.

Die meisten aber denken weiter als bis zur nächsten Bergtour. Sie machen sich Sorgen um die Gletscher, das Klima und die Zukunft. Es ist nur die logische Konsequenz, dass der SAC als Verband des Bergsportes in diesem Bereich auch politisch Stellung bezieht und die Gletscher-Initiative unterstützt. Man versucht zu erhalten, was man liebt.

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