Sika
Das Problem: Wer sich jetzt bewegt, hat verloren

Die Sika-Generalversammlung war das erwartete Drama. Doch die Frage ist nun, wies weiter geht. Ein Ausweg könnte eine Schweizer Lösung sein. Doch geben die Familienmitglieder und die Franzosen nach?

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Paul Johann Hälg, der Verwaltungsratspräsident der Sika.
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Urs F. Burkard von der Eigentümerfamilie erntet bei seiner Rede Buh-Rufe.
Die GV fand in der Waldmannhalle in Baar statt.
Generalversammlung der Sika
DIe Sika-GV in Baar.
Urs F. Burkard von den Eigentümerfamilien spricht mit dem SRF.
Familienvertreter Urs F. Burkard spricht vor der Generalversammlung.
Die Sika-GV startete um 14 Uhr. Es geht um die Zukunft des riesigen Unternehmens.
Impressionen von der Sika-GV in Baar

Paul Johann Hälg, der Verwaltungsratspräsident der Sika.

Keystone

Es kam, wie es kommen musste: Es gab emotionale Voten von Kleinaktionären, einen enttäuschten Familienaktionär und eine Abstimmung, die mehr Fragen offenlässt als Antworten gibt. Die Kleinanleger hat der Sika-Verwaltungsrat hinter sich scharen können. Auch die grossen Anleger sind auf seiner Seite.

Doch die grosse Frage ist: Wie geht es jetzt weiter? Die Blockadepolitik, die seit bald fünf Monaten mit grossem Aufwand betrieben wird, kann nicht ewig weitergeführt werden. Sie ist teuer, risikoreich und provoziert Unsicherheiten. Beide Seiten sehen sich im Recht. Beide pokern hoch und spielen auf Zeit. Beide haben eine Heerschar von Anwälten, Beratern und Experten engagiert, die mit jedem Tag mitverdienen.

Unter dieser Situation leidet eine der grossen Schweizer Industrieperlen, die Sika, am meisten. Ihre Mitarbeiter, die in den letzten Jahren das Unternehmen zu dem gemacht haben, was es heute ist, sind auf lange Zeit hinaus verunsichert. Der französische Konzern Saint-Gobain will nicht auf die Vorschläge des Managements eingehen. Die Politik kann nicht mehr tun, als den beiden Seiten gut zureden. Alles ist schon gesagt, getan.

Ein Ausweg könnte eine Schweizer Lösung sein, mit einem neuen Käufer. Interessenten sind möglicherweise vorhanden. Doch dazu müssten die Familienmitglieder auf einen Batzen verzichten und die Franzosen Hand bieten. Das Problem ist, dass sich jetzt niemand bewegen kann, sonst steht neben der Ehre viel Geld auf dem Spiel.

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