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Kolumne

Apropos: Das Opfer von Vorurteilen

Anna Kardos

«Ich sag’s immer gleich, wir sind Roma», sagte der Mann am Steuer des Taxis. Es war weit nach Mitternacht, mein Zug hatte 40 Minuten Verspätung, Trams um diese Zeit? Vergessen Sie es! Als ich mich ins Taxi setzte, hatte ich den Mann auf die klassische Musik angesprochen, die da lief. Ja, er liebe klassische Musik, überhaupt habe er Musik im Blut, tanze zu aller Art Musik. «Ein Instrument spielen? Das konnten wir uns nicht leisten.»

Als Zigeuner wolle er nicht bezeichnet werden, erklärte er mir. Schliesslich sei seine Familie seit Generationen sesshaft, es sei sogar ein Schimpfwort unter ihnen: Zigeuner nicht so rum!

Ich hörte zu, staunte. Hörte zu, wie er von seinen Kindern erzählte. Er fuhr eine Umleitung durch das Nebenquartier. Als er vor unserem Haus hielt, sagte er: «Das macht 43.80 Franken.» Nie zuvor hatte ich annähernd so viel für die Strecke bezahlt. Ich stutzte. Das Opfer meiner Vorurteile – war er soeben eines geworden? Oder etwa ich?

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