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Lehrermangel: Eine Chance für die Schulen

Schweizer Schulen benötigen jährlich 10000 neue Lehrer. Die Politik soll nicht vorschnell handeln - stattdessen soll der Beruf attraktiver werden.
Samuel Thomi
Samuel Thomi.

Samuel Thomi.

Seit Jahren wird vor einem Lehrermangel gewarnt. Nun ist er da: Weil einerseits die Lehrer der Babyboomer-Generation in Rente gehen und andererseits die Schülerzahlen stark steigen, benötigen die Schulen jedes Jahr 10 000 neue Lehrkräfte.

Die grosse Frage, die auch nach über einem Jahrzehnt lavieren von Gewerkschaften, Behörden und Politik noch immer unbeantwortet ist: Wie lassen sich die richtigen und genügend viele Menschen für diesen Beruf gewinnen? Die Voraussetzungen wären gut: Ausgebildete Lehrkräfte – auch solche, die nun etwas anderes arbeiten – gibt es genug. Und die Schülerzahlen steigen. Wer vor eine Schulklasse tritt, muss sich also keine Sorgen um den Job machen.

Die Politik sollte nun nicht in Versuchung geraten, mit Schnellschüssen zu reagieren. Teilzeit einschränken, Mindestpensen einführen oder pädagogisch nicht geschulte Personen vor Klassen zu stellen, das kann nicht die Lösung sein.

Vielmehr sind jetzt – wie in der Privatwirtschaft – die in den letzten Jahren stark professionalisierten Schulleitungen in der Personalführung gefordert: Junglehrer – vorab auch Männer – abzuholen und zu halten, aktive dazu zu bewegen, ihre Pensen aufzustocken, oder Interessierte in den Beruf zurückzuholen. Und geeignete Quereinsteiger ins Lehrersein einzuführen.

Denn dieser Beruf ist und bleibt durchaus attraktiv: Eine sinnvolle und zukunftsträchtige Aufgabe, Umgang mit jungen Menschen, viel Freiraum, flexible Arbeitszeiten und direkte Feedbacks en masse. Und das bei einer über alles gesehen guten Entlöhnung.

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