Kommentar

Börsenkurse steigen und steigen: Die Aktienmärkte strafen die Prognosen Lügen

Zu Beginn des Jahres rechneten viele Experten mit einem schwierigen Börsenjahr. Doch dank der Tiefzinspolitik der Notenbanken klettern die Kurse weiter.

Andreas Möckli
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Andreas Möckli.

Andreas Möckli.

Die Prognosen verhiessen wenig Gutes. Glaubte man den Experten vor Jahresfrist, so waren die Aussichten für den Börsenjahrgang 2019 bescheiden. So erwartete etwa die Zürcher Kantonalbank ein schwieriges Jahr mit nur mageren Kursgewinnen. Ähnlich die Einschätzung der UBS: Die Aktienmärkte in den USA und der Eurozone würde im ersten Halbjahr bestenfalls leicht zulegen.

Wie so oft erwiesen sich die Prognosen als falsch. Der wichtigste Schweizer Börsenindex legte in diesem Jahr rund 27 Prozent zu, der amerikanische S&P500 gar knapp 30 Prozent. Viele Befürchtungen der Experten stellten sich nicht ein. So gingen etwa zahlreiche Ökonomen davon aus, dass die US-Wirtschaft im laufenden Jahr in eine Rezession abgleiten werde. Doch die grösste Volkswirtschaft zeigte sich stabiler als erwartet. Als grosser Unsicherheitsfaktor galt auch der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China. Während sich der Konflikt im Jahresverlauf tatsächlich hochschaukelte, stehen die Zeichen zuletzt vermehrt auf Entspannung.

Die Risiken, die sich zu Beginn des Börsenjahres abzeichneten, manifestierten sich also nicht – oder weniger als befürchtet. Derweil profitieren die Aktienmärkte weiterhin von der Tiefzinspolitik der Notenbanken, welche diese noch verschärften. So hat das amerikanische FED in diesem Jahr gleich dreimal den Leitzins gesenkt. Damit stieg der Druck für die Investoren, das Geld aus negativ verzinsten Obligationen in Aktien umzuleiten. Und so geht die Rallye an den Börsen vorerst munter weiter.