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Glosse

"Binge Watching" mit Kontrastprogramm

Christian Peter Meier

Wenn dieses Textlein erscheint, bin ich mitten am «Binge Watchen», wie man das jetzt ja nennt. Also am tagelangen, ununterbrochenen Sichten von audio-visuellem Material mit Unterhaltungsanspruch. Ich mache das ganz ohne Netflix, sondern so wie quasi jedes Jahr am Filmfestival in Locarno – zusammen mit anderen, mir grossmehrheitlich nicht persönlich bekannten Personen in abgedunkelten Sälen. Nachts unter freiem Himmel. Jungen Leuten muss das suspekt vorkommen, dieses Gruppenkino. Wobei, sooo stark unterscheiden sich unsere Sehgewohnheiten dann auch wieder nicht. Wenn ich 15 Kinofilme in drei Tagen schaue, entspricht das zwei, drei Staffeln «Game of Thrones», also einer normalen Wochenendbeschäftigung bei Regen. Auf Dauer gesund, wir sind uns einig, ist das trotzdem nicht. Darum habe ich mir auch ein Kontrastprogramm zusammengestellt. Im kleinen Kreis und begleitet von einem Therapeuten, äh Bergführer, besteige ich einige Gipfel im Berner Oberland. Zum cineastischen Entgiften – in 3D.

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