Polemik
Berner, schickt die Urnen nach Aarau!

Zuerst sah alles gut aus. Um fünf vor 12 aber kehrte sich das Blatt.

Samuel Thomi
Samuel Thomi
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Wahlen in einer Berner Gemeinde.

Wahlen in einer Berner Gemeinde.

Keystone

Es sah alles so gut aus: Statt vor Mitternacht, wie angekündigt, wollte Bern am Sonntag kurzfristig schon um 21.45 Uhr die Nationalratsergebnisse verkünden. Doch dann zog sich alles hin. Bis sprichwörtlich um 5 vor 12 der Schuss draussen war: drei Abwahlen.

Dabei ginge das Auszählen längst viel schneller. Würde Bern nur seine Strukturen etwas straffen. Heute erfassen die 356 Gemeinden die Stimmen in drei verschiedenen Programmen. Rund ein Dutzend Gemeinden notieren die Resultate gar noch auf Papier, bringen diese zum Statthalter, der meldet sie dann nach Bern.

Für die Auswertung der Panaschierstimmen, die im Frühling erscheint, erfasst der Bund dann alles wieder elektronisch. Dass die Rest-Schweiz den Berner Bär zu Reformen zwingt, geziemt sich nicht. Trotzdem, liebe Berner: Bringt die Urnen nach Aarau!

Da ist es erklärtes Ziel der Aargauer Staatskanzlei, jeweils als erster Kanton die Resultate zu verkünden. Ab Bern in 36 Minuten zu erreichen. Und sogar aus Gadmen im Haslital führt sonntags um 12.34 Uhr in gut drei Stunden ein Weg nach Aarau. Das ist alleweil schneller als bis spät in die Nacht die eigenen weitläufigen Strukturen zu beschäftigen.