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Bei Raiffeisen helfen nur neue Köpfe

Der Raiffeisen-Verwaltungsrat erhöht seine Bezüge trotz der Affäre Vincenz. Wem es an Kompetenzen in Sachen Finanzbranche mangelt, der gehört aus seinem Sessel entfernt, schreibt Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser Kym in seinem Kommentar.
Thomas Griesser Kym

Zum Unvermögen kommt auch noch Pech hinzu. Just während des Strafverfahrens gegen ihren inhaftierten früheren Chef Pierin Vincenz, der bockenden Einführung der neuen Informatik und der Panne mit dem Versand von Kontoauszügen an falsche Adressen muss Raiffeisen im Geschäftsbericht offenlegen, dass sich der Verwaltungsrat seine Vergütung zünftig erhöht hat. Und dies ausgerechnet für vergangenes Jahr, an dessen Ende die Affäre Vincenz so richtig ins Rollen kam.

Das zeitliche Zusammenspiel verstärkt das Bild eines däumchendrehenden Verwaltungsrats, dessen Mitglieder nur am eigenen Wohlergehen interessiert sind. Ein Verwaltungsrat, der sich jahrelang im Glanz der operativen Erfolge Raiffeisens in der Ära Vincenz sonnte und nun, quasi als Belohnung, auch an den Honigtopf will. Zudem, so Interimspräsident Pascal Gantenbein, hätten Arbeit und Aufwand wegen der Systemrelevanz der Bank zugenommen. Gleichwohl meinte Gantenbeins Vorgänger Rüegg-Stürm, sein Amt weiterhin als Teilzeiter ausüben zu können.

Gewiss: Auch mit den erhöhten Bezügen liegt Raiffeisen im Branchengefüge. Doch als Aufsichts- und Kontrollorgan über den umtriebigen Vincenz hat das Gremium seine Pflichten sträflich vernachlässigt. Gegen solches Versagen helfen keine Einfrierung oder gar Senkung der Bezüge. Hier wirkt nur eine Erneuerung des Verwaltungsrats. Wem es an Kompetenzen in Sachen Finanzbranche mangelt, der gehört aus seinem Sessel entfernt. Sieht man sich die Zusammensetzung des Gremiums an, lassen sich die kompetenten Mitglieder an einer Hand abzählen. Und auch das nur, wenn dieser mehrere Finger fehlen.

thomas.griesser@tagblatt.ch

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